Viktor Palmov, Der erste Mai, 1929, Öl auf Leinwand

Oleksii Shovkunenko, An einem sonnigen Tag, 1954, Öl auf Leinwand, 48 x 60cm, Private Sammlung

Oleksii Shovkunenko, Stillleben mit einem Kuchen, 1940, Öl auf Leinwand, 70 x 10cm, Private Sammlung

Realismus der Farbe
Nationales Kunstmuseum der Ukraine

Künstlerhaus, Obergeschoß
1. November bis 24. November 2013


Die Ausstellung präsentiert über 50 Gemälde der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine in Kiew und privaten Sammlungen. Mit Namen wie Oleksandr Murashko, Fedir Krychevskyi, Viktor Palmov, Oleksii Shovkunenko, Serhii Shyshko, Mykola Hlushchenko und Anatolii Lymarev sind die wichtigsten Positionen und die nationale Identität der ukrainischen Kunst ab 1910 bis in 1980er Jahre verbunden.

Farbenfrohe Malerei, Interesse an der emotionalen Ausdruckskraft von Farbe und plastische Vielfalt sind die wichtigsten Merkmale der ukrainischen Kunst. Die Gründer der ukrainischen Malerschule im 20. Jahrhundert – Oleksandr Murashko (1875-1919) und Fedir Krychevskyi (1879-1947) – kombinierten in ihrem Schaffen die Tendenzen der europäischen Kunstströmungen der Jahrhundertwende (Postimpressionismus und Secession) mit den tiefgehenden einheimischen Ikonen-Traditionen und der Volkskunst.

Die Farbe war das Hauptthema der Analyse in der Tätigkeit des Avantgardisten Viktor Palmov (1888-1929), der sich im Rahmen des russischen Kubofuturismus herausgebildet und der sich als Theoretiker und Meister eines eigenständigen Malereisystems in der Ukraine offenbart hat. Dieses System nannte er „Realismus der Farbe“. Landschaftsgemälde, Porträts und Stillleben seines Zeitgenossen Oleksii Shovkunenko (1884-1974) sind von einer greifbaren Lebenskraft, die in Farbe und Rhythmus der Linien ausgedrückt wird, sowie mit einer besonderen von der Secession inspirierten Raffinesse der Darstellungen geprägt.

In der Entwicklung der Linie von europäischer impressionistischer und post-impressionistischer Malerei verwandelten die sowjetischen Landschaftsmaler Mykola Hlushchenko (1901-1977) und Serhii Shyshko (1911-1997) die Oberfläche zu einer echten Farbengewalt in ihrer feinen Abstimmung am Rande des Dekor und tiefer Emotionalität.

Der Künstler Anatoli Lymarev (1929-1985) war lange Zeit im Underground, ohne sich an die offizielle Linie der sowjetischen Kunst zu halten. Der glühende Farbenreichtum seiner Gemälde, die intensive Dramatik seiner Bilder und eine außergewöhnliche künstlerische Aufrichtigkeit schoben den Meister nach seinem tragischen Tod in die erste Reihe der ukrainischen Klassiker des 20. Jahrhunderts.

Die Ausstellung zeigt die Vielschichtigkeit und den Reichtum des künstlerischen Lebens in der Ukraine des 20. Jahrhundert, wo sich die offizielle Kunst des sozialistischen Realismus und der Underground, avantgardistische und realistische Tendenzen auf Grund der historischen Besonderheiten vereinigten. Bei all den Spezifika der Kunstentwicklung in der Sowjetunion verloren die ukrainischen Künstler nie die Verbindung mit der europäischen Tradition, wobei sie diese durch Kreativität und eigenständige Visionen bereicherten.
 

Veranstalter:
Galerie P-12
www.p-12.at

Nationales Kunstmuseum der Ukraine, Kiew
namu.kiev.ua

Mit Unterstützung und unter der Patronanz der Botschaft der Ukraine in Österreich

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