© Christian Helbock

Lilo Nein, Do Rehearse Histories,
20. Juni 2013
© Christian Helbock / Künstlerhaus

Lilo Nein, Do Rehearse Histories, 20. Juni 2013
© Christian Helbock / Künstlerhaus

Michael Reidel, 22. November 2012, Künstlerhaus Kino
© Christian Helbock / Künstlerhaus

© Matt Mullican

IN-FORMATION
Lilo Nein - Do Rehearse Histories

Künstlerhaus
20. Juni bis 11. August 2013


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Für die Arbeit „Do Rehearse Histories“ wird der Satz „Die Kunst ist immer so zeitgenössisch wie sie sich fühlt und die Zeit heilt nicht alle Wunden“ auf die Stiegen des Hauptaufgangs des Künstlerhauses angebracht. Der Satz besteht aus den Sprichwörtern „Man ist immer so alt wie man sich fühlt“ und Die Zeit heilt alle Wunden“, die auf unterschiedliche Weise dekonstruiert sind.

Dazu kommen zwei performative Elemente: eine Musikerin (Elise Mory), die am Balkon auf einem Elektropiano klassische Musik spielt und ein Akkordeonspieler (Christian Selinger) im Ranftlzimmer, der bodenständige Melodien spielt. Die Beiden bilden ein Gegensatzpaar und treten gleichzeitig in einen Dialog. Die Musik des Akkordeonspielers verkörpert die Kultur, das Leben und die Sehnsucht außerhalb bürgerlicher Kunststätten. Die Melodien stehen auch im Gegensatz zur herrschaftlichen Repräsentation des Ranftlzimmers, welches Privilegien, Benimmformen, Gesetze und Regeln verkörpert, und dringen von dort in die Ausstellungsräume und auf die Galerie.

Die Arbeit thematisiert den Hauptaufgang und die umliegenden Räume in ihrer baulichen Struktur, und mit ihren historischen Implikationen. Sie stellt die Frage wie die Zeit ihre Kunst denkt und konzeptualisiert; sie erinnert daran, dass diese Definitionen einem gesellschaftlichen Wandel mitsamt seinen Machtverhältnissen unterliegen.

Kunst kann aus dem Standpunkt der Gegenwart immer als zeitgenössisch betrachtet werden, denn die Gegenwart spiegelt sich in der Vergangenheit und in ihrer Geschichte. Do rehearse histories heißt auch, dass Veränderungen Prozesse sind, die nicht nur mit der Vergangenheit im Dialog stehen, sondern auch in der Gegenwart geprobt werden müssen, um Zukunft werden zu können. Probenprozesse sind in diesem Zusammenhang Prozesse, die in sich immer wieder verändert werden müssen.

Text: Lilo Nein
PerformerInnen: Elise Mory, Christian Selinger

IN-FORMATION, die neue Veranstaltungsreihe des Künstlerhaus Wien, bittet die geladenen KünstlerInnen und KuratorInnen, Auskunft über ihren Produktionsansatz zu geben und diesen auch performativ vorzustellen.

Neben dem Sprechakt als Form diskursiver Vermittlung werden also auch Handlungen anderer sprachlichen Ordnungen präsentiert. IN-FORMATION versteht sich als Fortsetzung der Vortrags- und Interviewreihe PRODUKTION UND SCHWESTERFELDER (2010/2011), in welcher Personen aus unterschiedlichen Institutionen über die spezifischen Kontexte ihrer Kunstfelder referierten. Zentral innerhalb der Reihe IN-FORMATION sind die performativen Akte und eine Aspektverschiebung von einer mehr statischen Auffassung von Kunst auf eine mehr prozesshafte Aufführung und dem Wagnis, das ich mit Nowness (Jetztheit) ansprechen möchte. Nowness als ein Moment, der vielleicht einer eben grasierenden Virtualität und Leib-Abwesenheit oder doch -Fremdheit entgegengestellt werden kann.


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Konzept: Christian Helbock
 

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