© alle Abbildungen Rupert Falkner

Rupert Falkner
Stadt in Veränderung

Künstlerhaus, Galerie
11. Dezember 2015 bis 14. Februar 2016


Der rasante Bevölkerungszuwachs, gegenwärtig und in naher Zukunft in den Großstädten innerhalb der Europäische Union, ist eines der heißesten Themen des Wohn- und Städtebaus. 2025 wird Wien die Zweimillionen-EinwohnerInnen-Grenze überschreiten und 2050 voraussichtlich 2,5 Millionen EinwohnerInnen haben. Das bedeutet einen Zuwachs von ca. 240.000 (!) Wohnungen mit entsprechenden städtischen Folgeeinrichtungen, Arbeitsplätzen, Erholungs- und Naturräumen etc. Aus dieser Perspektive ist der heutige Wohn- und Städtebau in eine neue Größenordnung getreten.

Das 21. Jahrhundert ist für Wien daher ein ganz entscheidender Zeitabschnitt, entsprechende Rahmenbedingungen für die Stadtentwicklung zu schaffen, die eine Dreimillionen-Stadt mit hoher Verdichtung außerhalb des historischen Stadtkerns und der unmittelbar anschließenden Vorstädte ermöglicht.

Hohe Verdichtung bedeutet aber nicht Reduktion der Lebensqualität einer Stadt. Im Gegenteil, gerade durch vertikal verdichtetes Bauen können große Baulandfächen unverbaut bleiben und den Grünraum-Anteil wesentlich erhöhen.

Mein städtebaulicher Ansatz ist ein Ordnungssystem, in dem sich urbanes Leben  im Gleichgewicht mit der Natur mit hoher Lebensqualität entfalten kann.

Das neue Stadtmodell ist als GanzheitsmodelI Wohnen - Arbeiten - Erholen – Konsumieren in maßstäblich geordnete Nachbarschaften konzipiert. Das Zentrum der Nachbarschaft ist ein Grünraum, die Hälfte der gesamten Baulandfläche. Jede Nachbarschaft umfasst ca. 1.200 Wohnungen mit allen städtischen Folgeeinrichtungen für ca. 3.000 BewohnerInnen (4 Nachbarschaften mit ca. 2.000 BewohnerInnen, 12 Nachbarschaften für ca. 40.000 BewohnerInnen) mit entsprechenden Stadtteil-Zentren. Bemerkenswert ist, dass dieses Bebauungsprinzip gegenüber der gegenwärtig offenen Bebauung in Wien die vierfache Wohnungsanzahl und den acht- bis zehnfachen Grünraumanteil ermöglicht.

Diese vertikal verdichteten Nachbarschaften mit ihren noch nicht dagewesenen großen Naturräumen (Wiesen, Wald, Wasser) im Herzen dieser Stadtregionen, unter einander verbunden, ermöglicht eine Stadtwelt von hoher Lebensqualität, in der
• die Mobilität. des Menschen aufrecht bleibt
• der Verunreinigung der Luft durch Abgase, Staub, Rauch, Lärm etc. Schranken gesetzt werden
• den Großstädten nach wie vor ihr vertrautes Stadtzentrum erhalten bleibt

Dieser städtebauliche Ansatz ist eine zukunftsweisende Weiterentwicklung europäischer Urbanität.

Rupert Falkner

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