Ting-Ting Cheng, The school of accents, 2014

Małgorzata Goliszewska, I’ll call you when I get
there, 2013

Jan Bernstein, Juliane Götz und Sebastian
Neitsch, KARTOGRAPH, 2015

Time‘s Up, Unattended Luggage, 2012

paraflows .X
Digital Migration

Künstlerhaus, Obergeschoß
11. September bis 11. Oktober 2015


Das Festival für Digitale Kunst und Kulturen widmet sich im zehnten Jahr seines Bestehens  dem aktuellen Schwerpunktthema „Digital Migration“. Das Thema des zehnten paraflows-Festivals ist ganz am Puls der Zeit. Der Begriff „Migration“ ist in Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen heute fast täglich in den Nachrichten zu hören und stellt die Gesellschaft vor völlig neue Herausforderungen. paraflows .X beschäftigt sich mit dem Begriff Migration in einer erweiterten Sichtweise und versteht Migration als Normalfall auch des eigenen, vermeintlich sesshaften und eingewurzelten Lebens – und als Modus operandi einer globalen Kultur und Ökonomie.

Alles in Bewegung
Es sind unterschiedliche Wanderungsbewegungen, die die Gesellschaft durchziehen und die sie unaufhörlich verändern - in einer Geschwindigkeit, die die Menschen oft als Überforderung erleben. Die Lebens- und Arbeitsweisen müssen permanent neu ausgerichtet und an technologische Innovationssprünge angepasst werden. Damit ist Migration nicht allein die Angelegenheit von MigrantInnen und jener Orte, an die es sie zieht. Als gesellschaftliche Mobilisierung wird sie viele Gesellschaften der nächsten Jahrzehnte prägen, um das Verwertungsprinzip bis auf weiteres aufrechtzuerhalten.

Die Digitalität der Migration
Im Verständnis von paraflows .X steht „Migration“ für die globalen Bewegungsströme von Menschen, Gütern und Ideen, die sich überlagern, kreuzen, gegenseitig aufheben oder wechselseitig vorantreiben. Auf diese Weise erweitern sie permanent den Erfahrungs- und Wissenshorizont ihrer Subjekte. Das Vertraute verwandelt sich ständig und immer schneller. Das Thema „Digital Migration“ beschäftigt sich vor allem mit dem technologischen Rahmen der globalen Wanderungsbewegungen.

Günther Friesinger, Kurator und Leiter des Festivals über seinen Zugang zum Thema „Migration“: „Wir wollen einzelne Migrationsformen als Bestandteil eines tiefgreifenden Wandels verstehen, um dadurch diejenigen, die als MigrantInnen gelten, auf eine andere Weise zu integrieren als es im Moment der Fall ist. „Migration“ soll in dieser Perspektive von einer politischen Verwaltungstatsache zu einer Lebensweise werden, die ihre eigene Kultur hervorbringt, an der ganz unterschiedliche AkteurInnen partizipieren.

Digitale Kunst als migrantische Kultur
paraflows .X beschäftigt sich nicht nur mit den technischen Aspekten der digitalen Migration, sondern ebenso mit ihren sozialen und kulturellen Implikationen. Es wird nachgefragt, unter welchen Bedingungen die Kunst eine migrantische, nämlich flüchtige und transitorische Form annehmen kann, was diese bedeutet und wie man in ihr arbeiten kann. Was heißt es für digitale Kulturproduzenten, an einer Kunst zu arbeiten, die unausweichlich flüchtig sein wird?

Das paraflows Festival verspricht  mit einem höchst brisanten Thema im Rahmen seines zehnjährigen Jubiläums einiges an Spannung und regt mit 15 Künstlerpositionen sowie einem Symposion, einer Konzertreihe und erstmals einer Theaterproduktion im September einen offenen Diskurs zum Umgang mit „Digital Migration“ an.


Symposion:
11., 12., 13. September 2015
Bank Austria Salon im Alten Rathaus
Wipplingerstraße 6-8
1010 Wien

Konzertreihe:
16. bis 19. September 2015

www.paraflows.at

Melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Der Newsletter enthält Informationen zu aktuellen sowie kommenden Ausstellungen und Veranstaltungen. Selbstverständlich können Sie sich auch jederzeit wieder abmelden.