Ausstellungsansicht, 2014
© Michael Nagl

Ausstellungsansicht, 2014
© Michael Nagl, 2014

Oswald Auer, aus der Serie "Wien Schwechat", 2014, Radierung

Katharina Heinrich, O.T., 2013, Schnüre aus Kunststoff-­ und Naturfasern (Detail)

Henriette Leinfellner, Lichtobjekt, 2014, Frottage auf Papier, Karton, Plexiglas, Leuchtstoffröhren

Cornelia Mittendorfer, Schwestern, 2014, C‐print, hybrid analog/digital

Judith Zillich, Hautobjekt, 2014, Öl/Holz; Portrait, 2014, Öl/LW

Verwerfungen
Reflexionen zu 1914 - 1918

Künstlerhaus, Erdgeschoß
17. Oktober bis 30. November 2014


Der 1. Weltkrieg war der erste industriell geführte Krieg in der Geschichte. Er brachte unermessliches Leid. Er brachte Verwerfungen, die geografische, sprachliche, kulturelle und familiäre Zusammenhänge zerstörten. Willkürlich wurden neue Machtzusammenhänge etabliert, die existentielle Auswirkungen für die Einzelnen und deren Zusammenleben hatten.

Der durch den Krieg bedingte Zwang zur Vermassung - als Soldaten,  als Bedrohte, als Hungernde, als Flüchtende - war ein substantieller Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen. Die Hoffnung, als Teil der Masse erfolgreich zu sein, war in höchstem Maße trügerisch und konfrontierte schließlich die Einzelnen mit der condition de vie.

Die Arbeiten orientieren sich sowohl an Einzelschicksalen, als auch an den geografischen, politischen und kulturellen Umwälzungen, sowie an den Konsequenzen der gravierenden Verwerfungen für die einzelne Persönlichkeit.

Fünf Positionen markieren einen durchlässigen Reflexionsraum: sie spannen den Bogen vom radikalen Zivilisationsbruch anhand industriegeschichtlicher Wandlungen (Oswald Auer) über das skulpturale Fassen des Nicht-Sichtbaren, des Daseins des Zwischenraums (Katharina Heinrich), zu politisch-geografischen Karten-Verzeichnungen (Henriette Leinfellner), zu ausgegrabenen und in die Zukunft erzählten Lebenssträngen (Cornelia Mittendorfer) hin zu Konditionen für das bedrängte Individuum (Judith Zillich). 

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