Künstlerhaus, 1866


Historische Ansicht, Wienfluß, undatiert

Künstlerhaus, 1997

Briefmarke, 2011

VERTRAG DER K.K. ÖSTERREICHISCHEN FINANZPROKURATUR MIT DER GENOSSENSCHAFT DER BILDENDEN KÜNSTLER WIENS VOM 27. JULI 1865

Vertrag im Original
Vertrag transkribiert
Vortrag Paul Rachler / Peter Zawrel - Kommentar von Peter Zawrel zum Vertrag von 1865

Künstlerhaus

Eine Künstlervereinigung, die 2011 ihr 150-jähriges Bestehen feierte und seit ihrer Gründung das Kunstleben des Landes wesentlich mitgestaltet und bereichert, ist in schnelllebigen Zeiten etwas Außergewöhnliches und ganz Besonderes. Bis heute animiert ein offenes, diskursives, interdisziplinäres Programm zum Besuch des Künstlerhauses. Das Künstlerhaus hat in seinem 150-jährigen Bestand maßgebend mit seinen Mitgliedern, mit seinen Ideen und Vorschlägen die (Kunst-)Geschichte mitgeprägt und für die künstlerische Entwicklung des Landes wichtige Beiträge geliefert.

Nach wie vor ist das Haus im Besitz der 1861 gegründeten "Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus" (heute: Künstlerhaus, Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs). Der unabhängige, private Verein mit knapp 500 Künstlermitgliedern aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Architektur, angewandte Kunst und Film versteht sich als Plattform für Kunstschaffende und Kunstinteressierte sowie als Sprachrohr seiner Mitglieder in kulturpolitischen Anliegen.

Bereits kurz nach der Gründung wurden in einer Denkschrift Vorschläge an die Regierung herangetragen, die „zur Hebung der Kunstverhältnisse in Österreich“ auf staatlicher Ebene führen sollten und die in Folge zur Bildung einer eigenen Kunst-Sektion im Staatsministerium geführt haben. In diese Gründerzeit genannten Periode, in der Wien zu einer der großen Metropolen Europas wurde, fielen auch die baulichen und künstlerischen Entwicklungen. Dem Künstlerhaus kam seit damals für die kunst- und kulturpolitische Geschichte Österreichs eine sehr bedeutende, in mancher Zeit gerade zu zentrale Rolle zu.

Es sei erwähnt, daß etwa aus der „1. Internationalen Kunstausstellung“ 1882 die Initiative zur Gründung einer „Modernen Galerie“ (heute Österreichische Galerie Belvedere) von Hans Makart ausgegangen ist. Ebenso hat 1883 im Hause die erste dem Medium Druckgrafik als unabhängige Kunstrichtung gewidmete Schau stattgefunden.

Aus intensiven Vereinsdiskussionen um den Stand der zeitgenössischen Kunst war schließlich auch 1897 die Künstlergruppe um Gustav Klimt ausgetreten um mit der Secession einen anderen Weg zu beschreiten. Die Ausstellung „Kunst um 1970“, die der damalige Präsident Hans Mayr mit dem Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig aus Aachen organisierte, war letztendlich die Initialzündung zur Gründung des heutigen Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK).

Auch die Ablehnung einer langfristigen Kooperation mit der Sammlung Essl, in einer heftig geführten Generalversammlung, führte schlussendlich zum Bau eines der angesehensten privaten Museen zeitgenössischer Kunst in Österreich. Dieses Ereignis hat im Verein des Künstlerhauses zu einer diskursiven Neuausrichtung der eigenen künstlerischen Ausrichtung unter dem Label k/haus geführt.


Melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Der Newsletter enthält Informationen zu aktuellen sowie kommenden Ausstellungen und Veranstaltungen. Selbstverständlich können Sie sich auch jederzeit wieder abmelden.