<    





GEGENWELTEN
filmfestival österreichischer kurz- und experimentalfilmemacherinnen 1998 - 2008



13. – 15. märz 2009
Künstlerhaus k/haus Kino

 

© catharina ballan .flussobjekte.net


Konzept und Organisation:
Barbara Liebhart

Künstlerische Assistenz:
Joachim Dworschak


Freitag, 13. März 2009 (Eintritt frei)

18.30
Uhr
Begrüßung
Peter Bogner (Direktor des Künstlerhauses)

Eröffnung
Christa Auderlitzky: Eine andere Perspektive - österreichischer Avantgarde-, Kurz- und Videofilmemacherinnen von ihren Anfängen bis heute.


 


    + + + AKTUELL + + +
Das GEGENWELTEN Festival 2009 war ein großer Erfolg! Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei ALLEN bedanken, die ihren Beitrag dazu geleistet haben!
2010 wird GEGENWELTEN leider nicht stattfinden können, aber für 2011 möchte ich eine „2. Runde“ anvisieren. Über Anregungen / Anfragen / Wünsche und dergleichen freue ich mich, und wünsche bis zum nächsten Festival eine schöne Zeit,
Barbara
barbara.liebhart@gmx.at

    + + + AKTUELL + + +



Kontakt:
barbara.liebhart@gmx.at



Karten und Information (ab 15.30):
+43 (1) 505 43 28


Programm:
Freitag, 13. März 2009 >>>
Samstag, 14. März 2009 >>>
Sonntag, 15. März 2009 >>>

Preise:
Programmpass: Euro 4,-
Tagespass
: Euro 16,-
Festivalpass:
Euro 28,-

19.00 Uhr
Eröffnungsfilm
Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Geld (A 2007, Dokumentarfilm 72 Min., SI.SI. Klocker)
Zehn Frauen zwischen 30 und 50 und ihre spezifische Einstellung zu Arbeit und Geld werden in diesem Dokumentarfilm untersucht. Thema des Films ist die spezifische Situation von Frauen, deren Arbeit zwischen Sichtbarkeit und Vertuschung, Unterbezahlung und Überqualifikation stattfindet.Gezeigt werden die Frauen jedoch nicht in der typischen Opferrolle, sondern als kreative, eigenständige, kraftvolle Frauen mit ihren eigenen Lösungsvorschlägen und Visionen. (S. K.)
www.kaiserinsisi.at

Künstlerinnengespräch SI.SI. Klocker und Christa Auderlitzky

Pause

 
Die Frau, die Arbeit, die Kunst und das Geld
21.00 Uhr
Orlanding the Dominant. Eine Queere Burleske / SV Damenkraft, Gustav, Sissy Boyz (A 2008, Videodokumentation 60 Min., brut im Konzerthaus)
http://myspace.com/svdamenkraft

SV Damenkraft im Gespräch mit Andrea B. Braidt
 
Orlanding the Dominant

Samstag, 14. März 2009

11.00 Uhr
Filmfrühstück


   

12.00 Uhr
PROGRAMM I
ID (A 2003, 10 Min., Mara Mattuschka)
Mimi Minus auf der Rolltreppe des Grauens. Mara Mattuschkas Alter Ego begibt sich wieder auf eine tour de force körperlicher Entäußerung. Zuerst wird sie von einem Taumel erfasst, der Boden wird ihr unter den Füssen entzogen. Im schwerelosen Raum findet dann eine seltsame Metamorphose statt. Der Körper von Mimi wird unheimlichen Kräften ausgesetzt, deformiert sich zunehmend, die Haut platzt auf und – als wäre die menschliche Hülle nur eine evolutionäre Zwischenstufe gewesen – schält sich schließlich, wie aus einem Kokon, ein reptilienartiges Monstrum heraus. (Gerald Weber)
www.sixpackfilm.com


 
ID

Plasma (A 2004, 12 Min., Mara Mattuschka)
Der Wiener Prater. King Kong ist Rigoletto. Mimi Minus betritt das Spiegelkabinett, die Welt der Zerrbilder. Die Verzerrung springt auf Mimi über. Die Reflexion wird zur grotesken Realität. Entsetzt stürzt die deformierte Mimi auf die Straße und damit zum Anfang des Films. Dort trifft sie sich wieder... (M.M.)
www.sixpackfilm.com


 
Plasma

Überraschungsfilm und Symposium - Mara Mattuschka & Barbara Liebhart

Pause


 

13.30 Uhr
PROGRAMM II
Legal Errorist
(A 2004, 15 Min., Mara Mattuschka / Chris Haring)

Riesenhaft wie ein Gebirge kommt der Körper des „Errorist“ auf den Boden hinab und landet mit einem eigensinnigen Geräusch, das fern von allem Menschlichen entsprungen scheint. Wie ihr eigener Regisseur spricht sie aufgeregt mit unzähligen unsichtbaren Mitarbeitern. Sie spricht zum Mikrophon, nicht hindurch. Unheimlich animierte Welt der Objekte, die zu Mitwesen werden, wenn ein Wesen sich selbst nicht genau einordnen kann.
(Katherina Zakravsky) www.sixpackfilm.com

 
Legal Errorist


Part Time Heroes (A 2007, 33 Min., Mara Mattuschka / Chris Haring)
A
uf und ab geht der Aufzug der Ruhmsucht, die Konjunktur der Egos, jedes isoliert in seiner anachronistischen Stargarderobe, allein ausgeliefert der sinistren Armatur hoffnungslos veralterter Mikrofone, Radios, Kommunikationskrücken. Jede Figur bekommt ihre kleine Chance, zu beweisen, dass sie das Selbst, das so gut ist wie jedes andere Selbst, besser verkörpert als andere. Jedoch … (Katherina Zakravsky)
www.sixpackfilm.com

 
Part Time Heroes

Running Sushi (A 2007, 28 Min., Mara Mattuschka / Chris Haring)
Ein Dialog- Stück für zwei Akteure. Steffi und Johnny besuchen ein Running Sushi Restaurant. Schon während der ersten Unterhaltung explodiert eine performative Parallelwelt der unausgesprochenen Gedanken und Gefühle. Jedes Sushi evoziert eine Geschichte aus dem unbewussten Repertoire des zwischen-menschlichen Beziehungschaos. Wunschmaschinen werden angekurbelt um groteske Parallelwelten und Extremzustände zu generieren. Choreographie: Chris Haring. Liquid Loft. (Produktionsmitteilung)www.sixpackfilm.com

Pause


 
Running Sushi

15.30 Uhr
PROGRAMM III
Neurodermitis (A 1998, 3 Min., Kerstin Cmelka)
Man sieht mich beim Eincremen der sich am Oberkörper befindenen Neurodermitis-Ekzeme, ausgetrockneter Stellen an der Hautoberfläche, die durch starken Juckreiz und das ständige Aufkratzen der Haut entzündet sind. Das Auftragen der Salbe verursacht ein unangenehmes Brennen an den erkrankten Stellen. (K.C.)
www.sixpackfilm.com

 
Neurodermitis

Allerleirauh (A 2007, 13 Min., Victoria Tremmel)
Ausgangspunkt des Videos bildet der Versuch für die Ursachen einer Verletzung ein Bild zu finden bzw. ein Bild zu kreieren. Der Titel der Videoarbeit zitiert ein Märchen der Gebrüder Grimm, das in der Analyse und Therapie von sexuellem Missbrauch eine wichtige Rolle spielt. Im Sterbebett nimmt darin eine Königin ihrem Ehemann das Versprechen ab, nur eine Frau zu heiraten, die ebenso schön ist wie sie. Nach Jahren der vergeblichen Suche beschließt er schließlich seine Tochter zu heiraten, die inzwischen ihrer Mutter sehr ähnlich sieht. Die Tochter widersetzt sich jedoch dem Vater und flieht mit einem schützenden Mantel aus „allerlei Rauh“-Werk... (Christa Benzer)
www.sixpackfilm.com


 
Allerleirauh

Nadine und Caroline (A 2008, 4 Min., Nadine Taschler)
Zwei Frauen sitzen auf einer Holzbank vor einem verfallen Garten. Die Frauen sehen sich sehr ähnlich, fast als ob sie ein und die selbe Person währen. Sie tragen beide Mützen und Mäntel. Man sieht den Wind an den spitzen ihrer Harre brechen. Das Bild ist unruhig und springt von dem Bild der einen in das Bild der anderen. Die Frauen beginnen sich zu bewegen, langsam rutschen sie sich auf der Bank entgegen, um sich dann doch wieder auszuweichen. Sie nähern sich Stück für Stück, greifen mit ihren Händen ins leere wo die Andere ist, überschneiden sich und interagieren mit dem nicht vorhandenen. (N.T.)
www.sistersofart.com
www.youtube.com/watch?v=30ws3gw7Hp8

 
Nadine und Caroline

Mit mir (A 2000, 3 Min., Kerstin Cmelka)
Eine Frau auf einem Bett. Ausgestreckt neben ihr liegt ihr Double, dem sie sich langsam zuwendet, um es zu streicheln, zu küssen, zu lecken, bevor sich die beiden dann ruhig aneinander schmiegen und es wieder dunkel wird. (Isabella Reicher)
www.sixpackfilm.com

 
Mit mir


ON THE ROAD 2002 (A 2002, 16 Min., Christa Biedermann)
1 Frau, 1 Kamera. Andorra – Miami – Barcelona – Budapest – Sitges – Berlin. Come with me: Karneval in Barcelona, Miami Beach, CSD Berlin. (C.B.)
www.k-haus.at/christa-biedermann.html

 
On the Road 2002

16.30 Uhr
PROGRAMM IV
Wir bitten Dich, verführe uns!
(A/DE/US 2007, 18 Min., Carola Schmidt / NHOAH)
’We Beg You to Seduce Us’ is a travel through a young woman’s mind that is strung out between old victorian virtues and a contemporary life style.The main character is played by the artist Carola Schmidt herself. In the film she is presenting the artist as a sinner, as someone who is emprisoned,struggeling with social adaptability and conventions.Schmidt looks at a drawing of a staircase that is perfectly identical with a staircase in the film and thereby creates confusement about who orwhat is in control. Schmidt is insinuating that what we see is already a plan, but leaves it up to the viewer to decide whether it is destiny or subjectivecontrol.
www.carolaschmidt.com
www.nhoah.com

 
Wir bitten Dich, verführe uns!

Catch me if you can / zinnober@HAU1 (A/DE 2006, 6 min, Carola Schmidt / NHOAH)
www.carolaschmidt.com

 
Catch me if you can / zinnober@HAU1

Nachtigall (A 2003, 5 min, Sophie Ertel)
Kann ein Küchenutensil als eigenständiger Akteur angesehen werden? Ruft das Hantieren mit einem Mixer sofort Geschlechter-symbolismen hervor? In Ohnmacht- und Machtpositionen springt die Darstellerin über die Wiese und mixt Gras. (S.E.)

 
Nachtigall

Laura – Was Sie schon immer über Telefonsex wissen wollten (A 2005, 18 Min., SI.SI. Klocker)
Beate Foltin hat mehrere Monate als Telefonistin in einer Sexhotline gearbeitet. Nun gibt sie in unverblümter und unterhaltender Weise die Essenz ihrer Erfahrungen an das Publikum weiter. Ungeschminkt und normal, ohne die üblichen Klischees zu bedienen, führt sie als "Laura" in die professionelle Welt der Sexarbeit ein.Anhand von drei Telefonsexgesprächen zwischen "Laura"und "Stefanmichi" werden Aspekte der Vermarktung von Sex und Körperformen und der damit verbundenen Illusionenen sichtbar gemacht. (Produktionsmitteilung)
www.kaiserinsisi.at

Pause

 
Laura – Was Sie schon immer über Telefonsex wissen wollten

17.15 Uhr
PROGRAMM V
Me thing – you dog (A 1998, 24 Min., Sabine Marte)
Die Akteurin tritt über die Schwelle ins Medium "Video", ist sofort unmittelbar präsent, spricht die betrachtende Person direkt an. Die Vermittlungsgeschichte des Gegenstandes "Kamera" ist die Herstellung einer Welt der Bilder, in der die Körper verkehrt sind.
"Die Menschen sind nicht mehr so sehr in Geschichten verstrickt als in Bildern von Gesten und Situationen verfangen, ... der eherne Gang der Dinge und der freie Lauf der Phantasie sind überkreuz geraten. Nun erscheint die Wirklichkeit als freier Fall." (Dietmar Kamper)
www.sixpackfilm.com

 
Me thing – you dog

Ich möchte gerne einmal einen Horrorfilm machen (A 1999, 13 Min., Sabine Marte)
Schreilichter. Sprechgesänge mit narrativen Andeutungen und onomatopoetischen Irritationen. Blicke durch bewegte Raster, die Hell-Dunkel- Bilder erzeugen, aufgehend in körperlicher Materialität, dreidimensional, rosafarben. Eins, Zwei, Drei - Erzählstränge einer monströsen Geschichte, die im Wortsinn nur zeigbar und nicht sagbar ist, entwickeln sich. Widerständiger Aberwitz - PFFFT! (Maria Bodingbauer)
www.sixpackfilm.com

 
Ich möchte gerne einmal einen Horrorfilm machen

Wibbel-Ich+Glück (A 2007, 4 Min., Janina Arendt)
Janina Arendts Animation Wibbel-Ich + Glück ist stark in den traditionellen künstlerischen Techniken der Zeichnung verwurzelt, überführt diese gestische Praxis jedoch konsequent in die Gegenwart. Zwar besitzen ihre in Bewegung versetzten Aquarell- und Gouachezeichnungen nicht den Nihilismus eines David Shrigley, doch sind sie ähnlich energiegeladen und im Gegensatz zu vielen anderen Aquarellen kraftvoll und direkt. Arendts filmische Selbstreflexionen und -meditationen sind durchaus mit den Trickfilmen einer Maria Lassnig in Beziehung zu setzen, denen sogenannte Body-Awareness-Zeichnungen vorausgingen. Auch Arendt verbindet Persönliches und Feminismus, ohne Dogmen zu verfallen. (Ulrich Wegenast)
www.sixpackfilm.com

 
Wibbel-Ich+Glück

How to force a partrige into a stocking (A 2001, 3 Min., Titanilla von Eisenhart)
www.titanillaeisenhart.com

 
How to force a partrige into a stocking

Baby, es gibt Kunst (A 2004, 3 Min., Sophie Ertel)
Oh … ah … 1. Sex: kurz, kompakt, quadratisch gut, wir produzieren schnelle, attraktive Kunst 2. Besseres Stöhnen als bei der Konkurrenz 3. Konsumieren Sie Kunst in locker-flockiger Atmosphäre.

 
Baby, es gibt Kunst

Anleitung No. 3 (Person M.)
(A 2001, 5 min, Miriam Bajtala)
Im Bild ist auf weißem Grund ein schwarzes Fadenkreuz zu sehen. Eine Frau tritt ins Blickfeld, stellt sich auf den Mittelpunkt der Markierung und beginnt, sich um die eigene Achse zu drehen. Immer schneller, bis sie durch die Geschwindigkeit nach außen abdriftet, aus dem Bild hinaus. Aus dem Off ertönt mehrmals eine Stimme: “Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Zentrum. Fixieren Sie dieses Zentrum auf dem Boden. Schalten Sie nun auf PLAY.” Das hört sich an wie eine Spielanleitung. Eine Anleitung zu einem experimentellen Tanz mit der Kamera.
Das Video von Miriam Bajtala ist eine leichtfüßige Studie der eigenen Person über das filmische Abbild und somit auch über das Aufnahmeverfahren selbst. Der Raum der Handlung bleibt dabei fragmentarisch. Das Rechteck des Monitors bildet das Spielfeld, auf dem in einem Schaukampf die Möglichkeiten des Mediums ausgetestet werden. Eine etwas andere Anleitung zum Gebrauch der Videokamera.
(Andrea Pollach)

 
Anleitung No. 3 (Person M.)

18.15 Uhr
PROGRAMM VI
Zimmer 9 (A/CH 2009, 4 Min., Doris Schmid)
Schauplatz ist ein Hotelzimmer. Darin sind Teile des Raumes durch eine Videoprojektion ersetzt. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die schließlich das Zimmer auf spektakuläre Weise verlässt. Die Transparenz der Bilder erzeugen eine immaterielle Atmosphäre. Sie steht für einen Aspekt der Vergangenheit, die der Raum in sich birgt. (D.S.)
www.sixpackfilm.com

 
Zimmer 9

Doublage (A 2007, 6 Min., Iris Blauensteiner)
Eine junge Frau blickt aus den Bildern. Sie erzählt fragmentarisch über die Beziehungen zum Haus. Sie verweigert sich einer eindeutigen narrativen Kategorie – definiert sich nur über den Wohnraum. Die erzählende Person bleibt ungewiss. Sie spaltet sich durch unterschiedliche filmische Verfahren in mehrere Ebenen (Bild, Stimme, Geräusche, Wohnraum). Untrennbar bindet sich ihre Identität an das bewohnte Haus. (I. B.)

 
Doublage

From home to home (A 2008, 22 Min., Sissa Micheli)
Seit Jahren wohnt die Künstlerin in Untermiete in der Wohnung einer ihr nicht bekannten, in Paris lebenden Frau. Sowohl die Möbel, als auch die persönlichen Gegenstände wie Fotoalben und Kleider dieser Frau befinden sich noch immer in diesen Räumen. Über die Frau weiss sie nicht viel. Sie kennt nur ihre Stimme am Telefon. Sie stellt Vermutungen an: Die Frau in Paris ist über 90, wahrscheinlich Jüdin, die vor dem Krieg aus Österreich geflohen ist und die Wohnung in Wien behalten hat. Eines Tages beschließt die Künstlerin, diese Frau kennenzulernen und unternimmt eine Reise nach Paris. Als Begleiter nimmt sie ein gerahmtes Foto eines Mannes aus der Wohnung mit.Micheli taucht in die Welt der Erinnerungen ihrer Vermieterin, mischt Dokumentarisches mit Fiktivem und reflektiert über die Medien Fotografie und Video. (S. M.)
www.sissamicheli.at

 
From home to home

Stressed out (A 2006, 4 Min., Katharina Cibulka)
Angelehnt an die Performance Waiting, in der Faith Wilding 1972 das Leben einer Frau zu einem monotonen, sich wiederholenden Kreislauf des Wartens auf das „wahre“ Leben verdichtet, beschreibt STRESSED OUT das hektische Leben einer Frau am Beginn des 21. Jahrhunderts, die permanent damit beschäftigt ist, all den persönlichen und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden zu können. (K. C.)

 
Stressed out

WELTINMIR (Wien 1989/2006, 9 min, Renate Kordon)
Das Alte, das Neue – studiert am Körperzugang. Körper als Wachstumsort, als Kampfplatz, als Startplatz. Körper, aus der extremen Nähe, mit dem Blick der Zweiheit oder des Zweiseins mit sich. Ein sehr ungewöhnlicher Blick, der nicht Mann-Frau Zweiheit meint sondern FrauFrau: Mutter-Tocher Symbiose, vorgeburtlich. (Gertrude Moser-Wagner)
http://nomadenderzeit.transmitter-x.org/

 
WELTINMIR

Raumfahrerinnen (A 2007, 2 Min., Renate Kordon)
Zwei Mädchen fahren durch den Wohnraum und den Zeitraum von sechs Jahren. Mit der Fotokamera In Einzelbildern aufgenommen, sind in jeder Altersstufe der zwei Protagonistinnen (12 / 13, 14 / 15 und 17 / 18 Jahre) entsprechende Ideen der Körper im Raum umgesetzt: in der Gegenüberstellung, dem Wechselspiel und den Durchdringungen jenseits physikalischer Gesetze, die auch immer einen Zeitsprung einleiten. (R. K.)
http://nomadenderzeit.transmitter-x.org/

 
Raumfahrerinnen

19.00 Uhr
UMTRUNK

Sonntag 15. März 2009

12.00 Uhr
PROGRAMM VII
Finale (A 2007, 4 Min., Sabine Marte)
Bill ist ein großer Dummy: abgenützt, abgekämpft und einarmig. Die Frau schiebt die Puppe, ringt, rollt mit ihr, über sie, an ihr entlang und auf ihr herum. (Johanna Schaffer)
www.sixpackfilm.com

 
Finale

Schminki 1,2 + 3
(A 1999, 8 Min., Fiona Rukschcio)
1,2 + 3 ... Im Akt des Schminkens wird gleichzeitig auch die Herstellbarkeit von Körpern aufgezeigt. Das Auftragen des Lippenstifts scheint direkt mit dem übereinanderschlagen der Beine bzw. einer Vielfalt als vermeintlich "weiblich" identifizierbarer Posen einherzugehen. Solchen Bildern ist der performative Charakter eingeschrieben, weil die Konstruktion des Geschlechts ausgestellt wird. In schminki 1, 2+3 stellt eine als Frau verkleidete Frau Bilder ihrer eigenen Herstellung aus. (Christa Benzer)
www.fiona-rukschcio.com
www.sixpackfilm.com

 
Schminki 1,2 + 3

Helen A/B und das Meer
(A 2006, 12 Min., Sabine Marte)
Helen A/B + das Meer ist den Genrekonventionen und -Klischees der Romanze gewidmet. Zweidimensionalität, Dualität, (Paar-)Beziehungen zwischen Körper und Stimme, Bild und Ton unterliegen einer permanenten Verfremdung, Verschiebung, Abstoßung und Anziehung. Filmische Konventionen, wie Schuss-Gegenschuss eines Frauen- und eines Männergesichts in der nächsten Szene, offenbaren in der (über die Maus händisch gesteuerten) Wiederholung und Verlangsamung ihre Formelhaftigkeit. (Claudia Slanar)
www.sixpackfilm.com

 
Helen A/B und das Meer

Strangers (A 2003, 3 min, Carola Dertnig) Strangers handelt von der Performativität unseres alltäglichen Handelns und inszeniert und dokumentiert diese als Koexistenz von Sinnkonstruktion und Sinnlosigkeit. Die Ausgangsbasis für die kurze Erzählung, die Teil der Serie True Stories ist, bilden Erfahrungen von Frauen und der Künstlerin selbst, die „Missgeschicke“ in (semi-)öffentlichen Räumen beschreiben: „peinliche“ oder „unangenehme“ Augenblicke, die Betroffenheit und Befremden auslösen, da die Situation aus der Rolle zu fallen scheint. (Rike Frank)
www.sixpackfilm.com

 
Strangers

Stewardessen Clip
(A 2003, 4 Min., Sabine Marte)
May Britt Chromy ist die ausgewiesene (Star-)Figur im Stewardessen Clip der Sound-, Performance- und Videokünstlerin Sabine Marte. Optisch zunächst zu nah dran an May Britt entpuppen sich die abstrakten schwarz-weiss-Kontraste, Schlieren und Muster erst nach und nach als Großaufnahme ihres Gesichts. Stark geschminkte, eindringliche Kulleraugen dominieren ihren divenhaften Ausdruck und ein mehr oder weniger undefinierbares – vielleicht übertrieben freundliches oder aber doch hochnäsiges – Lächeln ist das wesentliche Merkmal, das in dieser affektiven Projektionsfläche eingeschrieben ist.
Synchron zu den repetitiven und reduzierten Soundstrukturen von Markus Marte funktioniert auch die Bildkomposition: Das Gesicht wird aus dem rechten Bildhintergrund wiederholt in den Vordergrund gezogen, wo es in der Verzerrung und im rhythmischen Wechsel zwischen Groß- und Nahaufnahme sehr künstliche, zum Teil monströse Züge annimmt. (Christa Benzer)
www.sixpackfilm.com

 
Stewardessen Clip

Picture Again (A 2002, 9 Min., Linda Christanell) Es ist etwas Geisterhaftes an Picture Again: Die Bilder zucken, zeigen die Schemen von Menschen, transparent, immateriell, bloße Phantasmen des Kinos. Das Material selbst – die Spuren des Filmendes, Kopierwerkszeichen, die Perforation – scheint gegen Ende hin die Hauptrolle zu übernehmen, setzt sich aber letztlich nicht durch gegen die Schönheit der Kinoillusion: Gegen den silbrigen Glanz des Haars Barbara Stanwycks, für immer aufbewahrt in der Silberschicht des Kinos, hat der spröde Charme des Filmmaterials keine Chance. (Stefan Grissemann)

 
Picture Again

I don’t know who you are
(A 2006, 3 min, Karin Fisslthaler)
Die Videoarbeit „I don´t know who you are“ entstand in Einzelbildbearbeitung aktueller Fernsehspots, die Produkte bewerben, die der Hautalterung, dem Haarwuchs, schlechten Zähnen, Körpergerüchen sowie glanzlosen Haaren den Kampf ansagen sollen. Bild für Bild wurden daraus digital die Hintergründe, Schriften und Logos wegretuschiert und die Körperdarstellungen auf schwarzem Hintergrund formiert. Gewaltige, Raumschiff- ähnliche Animationen von Geräten wie Rasierern und elektrischen Zahnbürsten erhalten eine fetischistische Dimension. Im Mittelpunkt der Arbeit „I don´t know who you are“ steht die Befragung der medialen Repräsentation von Körpern und die Konstruktion von (Geschlechter-) Identitäten, insbesondere in Bezug auf Normierungs- und Optimierungszwänge. (K.F.)
www.karinfisslthaler.co.nr
www.cherry-sunkist.net

 
I don’t know who you are

13.05 Uhr
PROGRAMM VIII
Imaging Machine

(A 2008, 6 min, Karin Fisslthaler)
Das Ausgangsmaterial zu “Imaging Machine” stammt zum überwiegenden Teil aus Szenen US-amerikanischer Unterhaltungsfilme, in denen sich Menschen zärtlich, gewaltsam oder beiläufig berühren. Aus diesen Szenen wurden die berührten Körper und die Hintergründe digital gelöscht und lediglich die Hände übrig gelassen und auf schwarzem Hintergrund positioniert. Imaging Machine ist eine Untersuchung der menschlichen Geste und der nonverbalen Kommunikation im Kino. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Repräsentation von Körpern, Geschlechterrollen und den im Kino vorherrschenden heteronormen Begehrensformen. Der schwarze, unsichtbare filmische Raum ist ein Ort der Uneindeutigkeit und der Ungewissheit, ein Ort der Interpretation, der frei imaginierbar wird. (K.F.)

 
Imaging Machine

balance
(A 2000, 28 min, Ruth Kaaserer)
„Wir sind Teil von der Gesellschaft“, sagt die 18jährige Magda mit einem weiten Blick über Wien, an dessen Horizont sich die Wohnblocks der Donauinsel, auch Transdanubien genannt, abzeichnen; das Zuhause der Mädchen migrantischer Herkunft, die Ruth Kaaserer über ein halbes Jahr mit der Kamera durch den urbanen Raum begleitet hat. (Rike Frank)

 
balance

girl:cutting:edge (A 2006/07, 8 Min., Melina Angelina Girardi)
Ein Mädchen, das genug hat von den stereotypen Frauendarstellungen in den Medien und ein Zeichen dagegen setzen will. (M. G.)

 
girl:cutting:edge

La vie en rose
(A 2004, 5 Min., Sophie Ertel)
Wie das kleine Vergißmeinnicht steht sie da, wie im Regen, wie ein verlassener armer Pudel, der ganz klein, nicht weiß wohin er soll, so ein armes Tierchen – auch sie wurde verlassen und das ist bitterlich. Husch und schon ist das Herz weg – Husch und schon gehört das Herz einer Anderen – Es war doch eben noch ihr Herz – Das lässt sie sich nicht so einfach nehmen – Sie hält das Herz ganz schön fest – Husch und schon ist das Herz weg – Oje da hat sie das Herz doch zu lasch gehalten, hat sie sich nicht darauf konzentriert? Konzentrieren muss man sich schon auf „das herz festhalten“, da könnte ja sonst jeder kommen und es ihr wegnehmen.

 
La vie en rose

Kralja Petra Prvog 10A
(Belgrad 2005, 2 Min., Katharina Cibulka)
Intervention im öffentlichen Raum, ein Loch im Boden wird geflickt.

 
Kralja Petra Prvog 10A

Faltencreme
(Graz / Wien 1999/2008, 1 Min., Renate Kordon)
Das Altern ist ein natürlicher Oxydationsprozess. Mit Mira Kapfinger und Christiane Kordon. (R.K.)
http://nomadenderzeit.transmitter-x.org/

Filmemacherinnen im Gespräch
mit Bettina Käser

Pause

 
Faltencreme

15.00 Uhr
PROGRAMM IX
Let´s do it - the making of a queer porn
(A 2007, 18 Min., SI.SI. Klocker)
1992 entsteht ein queerer Pornofilm in London. Zusätzlich zu den mit der Filmkamera gedrehten Close-Ups wird das Vorhaben mit einer statischen VHS-Kamera dokumentiert. Let's do it ist das Ergebnis dieses ungewöhnlichen „Making of“: Ein Pornofilm ohne die üblichen Großaufnahmen, dafür mit absurden Dialogen. Bizarr, sexy und unterhaltsam.
www.diagonale.at

 
Let´s do it - the making of a queer porn

Lezzieflick
(A 2008, 7 Min., Nana Swiczinsky)
Nicht nur in- und nacheinander bewegen sich die Lippen, die Finger, die Fäuste der Frauen – die Bilder werden, so scheint es, zu Räumen. Diese Räume entstehen, technisch gesprochen, in einem komplexen Prozess des Compositing: Mehrere Motive werden durch Übereinanderlagerung in ein Bild, in eine Sicht gestellt. Doch ästhetisch gesprochen erzeugt Swiczinsky diese Räume in ihrer Auseinandersetzung mit dem Befund eines bildlichen Nicht-Orts (des Lesbensex, der Frauenliebe); die Räume in Lezzieflick sind andere Räume, Heterotope, unmögliche Möglichkeiten. Was in dem gefundenen Material der Journalistenklischées und Wichsvorlagen festgezurrt und ausgeschlossen bleibt, kann in den vorläufigen Bildräumen von Lezzieflick aufblinken (flickern). Ein Ergebnis, das man jedem Versuch einer Dekonstruktion nur wünschen kann. (Andrea B. Braidt)
www.sixpackfilm.com

 
Lezzieflick

KIP MASKER
(A 2007, 3 min, Maria Petschnig)
Die Verbindung meines Körpers mit von mir zweckentfremdeten Kleidungsstücken erzeugt im Fluss der Bilder formale Konstruktionen, die sich nach flüchtiger Manifestierung wieder auflösen. (...) Die künstlerische Absicht ist eine Befragung und gleichzeitig ein Spiel mit Ideen von Körper, der Fetischisierung von Kleidungstücken, und nicht zuletzt der Frage wieweit ein formal-abstrakter Blick auf den (nackten) Körper möglich ist. (...) In KIP MASKER vereine ich die Rolle der Performerin und die der Kamerafrau bzw. Videokünstlerin. Diese beiden Funktionen in einer Person vereint sehe ich als Ausdruck eines neuen, erweiterten Begriffs feministischer Selbstverständlichkeit. (M.P.)
www.sixpackfilm.com

 
KIP MASKER

Pareidolia
(A/US 2008, 4 Min., Maria Petschnig)
„Das Gesicht ist (…) ein künstliches und politisches Gebilde, das jeder Selbstverständlichkeit, jeder scheinbaren Natürlichkeit zu entkleiden ist.“ (Ulrich Raulff)
Das Gesicht ist üblicherweise im Film jener Ort, an dem ein Affekt, den der Körper selbst verborgen hält, sichtbar wird. Gleichzeitig fungiert das Gesicht aber auch als Erkennungsmarker – meist reichen kleine Details aus, um das Subjekt, den Träger oder die Trägerin, zu identifizieren. Pareidolia von Maria Petschnig folgt diesen Gedanken allerdings nur, um diese neu zu mischen und zu verschieben. Mit ihrer Titelwahl bezieht sie sich auf ein psychologisches Phänomen, über einen vagen Eindruck ein signifikantes Bild zu formen. In der Alltagswahrnehmung zählt dazu u.a. das Entdecken von Figuren in Wolkenkonstellationen, verschlüsselte Sound-Botschaften durch den umgekehrten Abspielmodus zu dechiffrieren, oder – im religiösen Sinne – Heiligenabbildungen in Objekten zu entschlüsseln. Auch in Petschnigs Video wird der Körper zur eigenen und ferngesteuerten Austragungs- bzw. Spielfläche für Projektionen subjektiver Ideen und Gefühle. Die Künstlerin verweigert dabei allerdings das Zeigen ihres eigenen Gesichts; präsentiert puppenhafte Typologien oder schlichtweg „grinsende Fratzen“, stattet ihren Körper liebevoll mit Accessoires aus und stellt (auf und mit diesem) unterschiedliche Gesichter zur Schau. (Dietmar Schwärzler)
www.sixpackfilm.com

 
Pareidolia

Minnie
(A/US 2007, 6 min, Maria Petschnig)
Ein harmloser Blick eröffnet das Video Minnie von Maria Petschnig. Dass er Minnie, der Maus, gehört, sieht man, sobald sich die Künstlerin richtig ins Bild gesetzt hat. Ab dann blicken die Betrachter zurück auf den Oberkörper der Künstlerin, den das T-Shirt mit dem Minnie-Maus-Aufdruck bedeckt. Eingangs nimmt Petschnig, die in all ihren Arbeiten auch performt, die kokett-verschämte Pose von Minnie: Die Hände hinter dem Körper verschränkt, streckt den Betrachtern ihren Brustkorb entgegen, der in den ersten paar Einstellungen durch diverse Textilobjekte unter dem T-Shirt neu in Form gebracht wird: Der Busen wächst ins Monströse, das Rückgrat wandert nach vorne und der Po wird durch eine üppige Korsettform aus der Fassung gebracht.Gleichzeitig eröffnet die Zusammenführung der stripteaseartigen Posen mit den entfremdeten Versatzstücken der Comicwelt einen Zwischenraum, der keine eindeutige Festschreibung von Weiblichkeit, Sexualität und Körper mehr zulässt und dadurch auch die Kunst des sich lustvoll Entkleidens von den gewöhnlichen Zweideutigkeiten befreit. (Christa Benzer)
www.sixpackfilm.com

 
Minnie

Kicker Kicken
(A 2002, 3 Min., Iris-Inès Dostal)
Kleine rote und gelbe Drehfußballfiguren bewegen sich wie es ihnen, an den Drehstangen fixiert, möglich ist. Gesichter wie Monster im gleichem Ausdruck. Mit überdimensionalen Geschlechtstei­len zucken sie, nicht von der Stelle kommend, über dem Spielfeld. Kein grüner Rasen, sondern in sexuellen, pornografischen Posen gezeichnete Frauenkörperteile bilden den Untergrund.Statt Geschrei und Getobe vom Publikum begleitet zerhacktes Gestöhne die Szenerie bis zum Stillstand. Ein object trouvé war Ausgangspunkt der Arbeit, ein kleines altes Drehfußballspiel. Die grüne Rasenfläche wurde durch Handzeichnungen ersetzt, an den Figuren errigierte Penisse aus Sem­melteig und Farbe montiert. (I. D.)

 
Kicker Kicken

15.45 Uhr
PROGRAMM X

#1: (common.places)
(A 2000, 47 Min., Fiona Rukschcio)
#1:(common.places) vereint 27 Frauen und ihre Erzählungen über den "normalen" Belästigungsalltag, dem jede Frau in jeder Situation ausgesetzt sein kann. Das Video erzeugt eine unmittelbare Konfrontation mit dem alltäglichen Sexismus, beschreibt Situationen der Belästigung ohne jegliche Stilisierung und Überzeichnung - fortlaufende Grenzüberschreitungen an allen Plätzen zu jeder Zeit, die Frauen in ihren Privaträumen, an öffentlichen Orten, in Arbeitsverhältnissen widerfahren. Fiona Rukschcio läßt den Betrachter/innen durch die clipartige Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen keine Möglichkeit, sich zu entziehen. #1:(common.places) ist kein kunstvoll arrangiertes, symbolüberfrachtetes Phantasiegebilde, sondern ein klar strukturiertes, unverzerrtes Abbild der Realität. (Harriet Leischko)
www.sixpackfilm.com


 
#1: (common.places)

Bill Posters will be prosecuted
(A 1999-2003, 23 Min., Fiona Rukschcio)
England 2095: Die Zahl der Verbrechen gegen Frauen, Mädchen und Kinder ist erheblich gesunken. Warum? Fiona Rukschcio geht mit ihrem Kurzfilm Bill Posters will be prosecuted zurück in die 1990er, um die Gründe zu erfahren: Der scheinbar sympathische, junge Mann Bill Posters schlug und vergewaltigte seine Ehefrau. Er wurde vor Gericht freigesprochen und entschied sich, in der Großstadt London unterzutauchen. In der Zwischenzeit benachrichtigte seine Ex-Ehefrau eine anonyme Frauenorganisation “The Group” in London, die gegen sexuelle Belästigung und Vergewaltigung auftritt. Das Ziel der Organisation ist klar formuliert: Das Ende der Gewalt gegen Frauen. (Rosemarie Reitsamer)
www.sixpackfilm.com

Pause

 
Bill Posters will be prosecuted

17.15 Uhr
PROGRAMM XI
Terminal Identity #4

(A/D 2003, 30 Min., Anna Steininger)
Eine wackelige Handkamera zeigt immer wieder in subjektiven Einstellungen das Gehen um verschiedene Straßenecken einer Stadt. Der Blick ist in Gehrichtung gewandt und streift parkende Autos, Kinder, Radfahrerinnen oder Passanten, die der Kamera entgegenkommen. Die Frau hinter der Videokamera erzählt davon, warum sie diese scheinbar unbedeutenden Aufnahmen macht.
Es entspinnt sich ein dichter Monolog, der in das Universum dieser Frau führt, der aber über eine autobiografische Darstellung hinausgehend auch über die Produktion und Bedeutung von Bildern reflektiert. Die Frau erzählt, dass ihre Aufnahmen, da sie nun alt ist, anders aussehen, dass sie nur noch Zugang zu einem sehr begrenzten Repertoire der Bildproduktion hat, die jenseits der ästhetischen Norm liegt. Auf diese Weise wehrt sie sich, von der Bildproduktion ausgeschlossen zu sein und kämpft beharrlich gegen die Vergänglichkeit des Körpers, gegen das buchstäbliche Verschwinden von der Bildfläche. (Andrea Pollach)
www.sixpackfilm.com

 
Terminal Identity #4

PARANOIA (DEATH VALLEY)
(A 2005, 6 min, Miriam Bajtala)
Miriam Bajtalas Paranoia (Death Valley) inszeniert eine eigentümliche Verfolgungsjagd zwischen Kamera und Subjekt an einem verlassenen Weiler inmitten des kalifornischen Death Valley: Eine Frauenfigur flüchtet vor der Kamera, verschwindet plötzlich, worauf das Kamerasubjekt – ein durchaus liebenswertes, zeitgerafft dahinwatschelndes Etwas – ihr durch die pittoreske Geisterstadt dorthin folgt, wo die Dame verschwunden ist. Die Figur taucht wieder auf, flieht, die Kamera ihr hinterher usw. So wird der Raum zum narrativen Ort, zum verdächtigen Schau-Platz, der sich mit Phantomen aus der Zeit füllt: Die Frau wird hier gewesen sein. Der gesamte Ablauf wiederholt sich einmal, öffnet sich hin zur geloopten Unendlichkeit, doch Bajtala lässt ihr filmisches adventure game schon vorher enden, ohne dass die Verfolgerin die Verfolgte je erwischt hätte. Tragisch: Der Ort der Figur dort und der Ort der Kamera hier – unser Ort – können nie zur Deckung kommen. (Michael Palm)
www.sixpackfilm.com


 
PARANOIA (DEATH VALLEY)

Mermaid Parade
(New York 1999, 2 Min., Katharina Cibulka)
Ein Musikvideo über die alljährlich stattfindende mermaid parade auf Coney Island zu den Klängen von Carmina Burana. (K. C.)

 

FIREFLIES
(New York 1999, 10 min, Katharina Cibulka)
“Many years i´ve been banging on a door and singing and just waiting for it to open”. Mit diesen Worten beginnt der Film, in dem 3 New Yorker “all girl bands” in dunklen Kellern beobachtet warden, die über ihre Wünsche und Visionen und über ihren Traum des “gaining fame” sprechen. (K. C.)

 
FIREFLIES

That´s what fishy
(A 2008, 5 Min., Janina Arendt)
Die Inszenierung von Weiblichkeit zwischen lärmend aggressiver Empfindung und deren Ausdruck mittels klischeehafter Oberflächlichkeit und Leichtigkeit reflektiert weibliche Selbstdarstellung im Bezug auf geschlechtsspezifische Klischees und auf den Konflikt von primitivem Trieb und rationalem Intellekt, gebunden an eine ständige De- und Rekonstruktion von Normalität und hysterischer Performance. (J. A.)
www.sixpackfilm.com

 
That´s what fishy

Malerin
(A 1984/2008, 2 Min., Renate Kordon)
Die Hand der Künstlerin verwandelt, was sie ergreift, der männlich voyeuristische Blick in alten Gemälden wird auf der Malpalette seziert. Unterlegt mit einer Lesung von Namen wichtiger Künstlerinnen (R. K.)
http://nomadenderzeit.transmitter-x.org/


18.15 Uhr
... !
 
Malerin