| < |
|
tonschnitt |
|
|||
|
Lisa
Huber und Margret Kohler-Heilingsetzer, bis jetzt vorwiegend im Bereich
der Grafik tätig, präsentieren in der Ausstellung ‚TONSCHNITT’ im Wiener
Künstlerhaus erstmals gemeinsam Arbeiten in neuen Werkstoffen und Techniken.
Zwar unterschiedlich in der Wahl ihrer Werkstoffe und Methoden (Ton
/ Papierschnitt), ist ihnen dennoch das Thema der Konfrontation gemeinsam:
So werden zum einen durch die Ton-Kopfserien von Margret Kohler-Heilingsetzer
Individualität und Pluralität und zum anderen bei den Papierschnitten
von Lisa Huber Abbild und Vision in Beziehung gesetzt. Lisa Huber arbeitet
seit dem Jahr 2004 mit Papierschnitten. Dabei nutzt sie eine Technik,
die eine mehrlagig in den Grund gestaffelte, Durchbrüche sowie Licht-
und Schattenwirkungen erzeugende Oberflächenstruktur zum Resultat hat.
Bei Lisa Hubers Tierdarstellungen geht es um Abbildhaftigkeit und Vision.
Keinem forschendem Ansatz zum Thema visueller Wahrnehmung verpflichtet,
geht es um die Praxis der Sichtbarmachung einer künstlerischen Vorstellung.
Daß sie die naturgetreue Wiedergabe des Tieres nicht interessiert, zeigt
sich in ihrer Entscheidung, den Ausgangspunkt künstlerischen Arbeitens
bei der Abstraktionsform in Conrad Gesners „Thierbuch“ zu nehmen, die
von ihr dann dekliniert und weiter schematisiert wird. Die Abwesenheit
tierischen Ursprungs und der Verzicht auf die Darstellung von Instinktverhalten,
wie sie bereits bei Gesner angelegt ist, ist dabei die Voraussetzung
für die affektfreie, „emotionslose“, auf das Ornamentale zugespitzte
Reduktionsform der Huberschen Papierschnitte. Margret Kohler-Heilingsetzer
zeigt erstmals ihre Tonköpfe, die sie seit dem Jahr 2000 nach Auslandsaufenthalten
in Mexiko und Peru in einem work in progress-Projekt gestaltete, in
einer großen Installation: ein Schiff mit ca. 400 kleinen Tonköpfen
als Metapher für Aufbruch, Neuland, Veränderung, Freiheit, Hoffnung,
Untergang, Schiffbruch. Viele Assoziationen werden geweckt – jenseits
der ‚Traumschiff-Romantik’ unserer Medien, die kaum eine ernst zunehmende
Annäherung an fremde Länder und Kulturen darstellt. Die kleinen Köpfe
sind Symbole für die Individualität jedes Menschen: Unverwechselbarkeit,
Einzelschicksal unserer pluralistischen, globalisierten Gesellschaft.
Zur Installation zeigt Margret Kohler-Heilingsetzer neue Fotoarbeiten
und Grafiken. |