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wohnmodelle - experiment und alltag

eröffnung: 15 .12 .2008, 19.30 uhr
16. 12. 2008 - 22. 02. 2009

 



www.wohnmodelle.at


E
röffnung
15 .12. 2008, 19.30
Uhr

Begrüßung: Otto Häuselmayer, Vizepräsident des Künstlerhauses

Einführung: Michael Ludwig, amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung

Zur Ausstellung: Oliver Elser und Michael Rieper, Kuratoren


Workshop "Einfach sozialer Wohnbau"
Dienstag, 16. 12. 2008, ab 13.30 Uhr
Anmeldung unter www.wohnbauforschung.at


Führungen
Kuratorenführung: Donnerstag, 15. 01. 2009, 18 Uhr
Oder auf Anfrage unter Künstlerhaus, Tel. +43 1 5879663


Workshop für Kinder: Bau dir dein Traumhaus!
Familientage
Für Kinder ab 6 Jahren
18. und 25. 01. 2009, 11 Uhr
Ferienspiel
Für Kinder von 6 - 13 Jahren
3. 02. 2009, 15 Uhr
5. 02. 2009, 15 Uhr
8. 02. 2009, 11 Uhr

Anmeldung unter Tel. 01 / 587 96 63 bzw. per mail an kunstvermittlung@k-haus.at

Dauer: 2 Stunden

Familientage: Euro 4,- pro Kind
Ferienspiel: Euro 3,- pro Kind
Normalpreis: Euro 5,- pro Kind
Begleitpersonen erhalten ermäßigten Eintritt


Symposium
Wie neue Stadtteile entstehen
Durchgeplant oder gewachsen
Masterpläne, Wohnmodelle und Bewohnerwünsche als Motoren der Entwicklung
Donnerstag, 29. 01. 2009, ab 15 Uhr
Programm >>>



Elemental Iquique, Iquique, Architektur: ELEMENTAL,
Foto: © Cristóbal Palma, 2006


Elemental Iquique, Iquique, Architektur: ELEMENTAL,
Foto: © Tadeuz Jalocha, 2004


Sargfabrik, Wien, Architektur: BKK-2,
Foto: © Miriam Kittel, Bewohnerin, 2008


Sargfabrik, Wien, Architektur: BKK-2,
Foto: © Miriam Kittel, Bewohnerin, 2008


Moriyama House, Tokio, Architektur: Ryue Nishizawa,
Foto: © Christian Teckert, 2008


Moriyama House, Tokio, Architektur: Ryue Nishizawa,
Foto: © Christian Teckert, 2008





Die Ausstellung Wohnmodelle geht anhand von zwölf internationalen Wohnbauprojekten der Frage nach, wie Experimente im Alltag funktionieren. Im Zentrum stehen nicht die ArchitektInnen und ihre Bauwerke, sondern die Wohnbauten und ihre BewohnerInnen. Darin unterscheidet sich Wohnmodelle von einer klassischen Architekturausstellung.
Die Spanne reicht vom chilenischen Sozialwohnbau zum Selbst-Weiterbauen über die Wiener Sargfabrik bis hin zu einer elitären Wohngemeinschaft in Tokio.
Jedes der Projekte wird durch ein großes, eigens für die Ausstellung angefertigtes "Lehrmodell" erläutert, das es den BesucherInnen des Künstlerhauses ermöglicht, sich ein räumliches Bild von der jeweiligen Besonderheit zu machen und sich bei einigen durch die Räume im Maßstab 1:1 zu bewegen. Die BewohnerInnen haben für die Ausstellung ihre Wohnung und deren Umfeld selbst mit Digitalkameras dokumentiert und diese Bilder kommentiert.
Ergänzt werden diese zwölf Prüfstände, an denen die Architektur einem Alltagscheck unterzogen wird, durch weitere Exponate. Diese erzählen vom schwierigen Prozess, eine modellhafte Lösung in der Architektur zu erzielen: Sei es beim Selbstversuch am Basteltisch oder anhand von 800 Modellen, die im Grundkurs der Abteilung Gestaltungslehre und Entwerfen an der Technischen Universität Wien entstanden sind. Oder sie treiben den Wohnalltag auf die Spitze und stellen, als Gegenpart zu den architektonischen Experimenten, den alleralltäglichsten Alltag in Gestalt eines österreichischen Durchschnittswohnzimmers vor, das sich eine Werbeagentur aufbauen ließ und das in der Künstlerhaus-Ausstellung nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Entwicklung

Im September 2007 fand ein Symposium mit dem Titel „Wohnbauten weltweit“ im Künstlerhaus Wien statt. ArchitektInnen und TheoretikerInnen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten stellten internationale Beispiele aus dem Wohnbau vor, die in architektonischer oder sozialer Hinsicht Experimente wagten. Aus den 60 vorgestellten Projekten wurden zwölf Projekte ausgewählt, die nun im Dezember im Künstlerhaus zu sehen sind.
Die SymposiumsteilnehmerInnen waren Fernando Diez (Argentinien), Hans Ibelings (Niederlande), Taro Igarashi (Japan), Ivan Kucina (Serbien), Denise Arnold und Susanne Schindler (USA), Axel Simon (Schweiz) und die Kuratoren der Ausstellung, Oliver Elser (Deutschland) und Michael Rieper (Österreich).

Ausgewählte Projekte

Liste der ausgewählten Projekte aus unterschiedlichen Kontexten von Chile bis Japan:
Atelier Kempe Thill / A Row of Houses, Roosendaal, Niederlande, 2005
BKK-2 / Sargfabrik, Wien, Österreich, 1996
BKK-3 / Miss Sargfabrik, Wien, Österreich, 2000
Elemental, Alejandro Aravena / Elemental Iquique, Iquique, Chile, 2004
Faleide Architects / Tierra Nueva Farm Labor Housing, Alamosa, USA, 2005
Riken Yamamoto & Field Shop / Shinonome Canal Court, Tokio, Japan, 2003
Haerle Hubacher / Wohnüberbauung Balance, Uster, Schweiz, 2001
Landon Bone Baker / Archer Courts, Chicago, USA, 2001
Ryue Nishizawa / Moriyama House, Tokio, Japan, 2005
roedig .schop / ten in one, Berlin, Deutschland, 2005
Lacaton & Vassal / Sozialwohnbau in Mulhouse, Frankreich, 2005
Iva Letilovic & Morana Vlahovic / POS - Sozialwohnbau, Krapinske Toplice, Kroatien, 2003



Beispiele
Elemental, Alejandro Aravena, Chile:
Elemental Iquique

Der Sozialwohnungsbau aus Chile ist im Bereich niedrigster Baukosten angesiedelt. Um eine größere Gruppe von LandbesetzerInnen dauerhaft zu etablieren und nicht an die Peripherie abzusiedeln, musste ein Großteil der zur Verfügung stehenden öffentlich geförderten Bausumme für den Erwerb des Grundstücks aufgebracht werden. Der verschwindend geringe Rest wurde dazu verwendet, eine Rohbaustruktur zu errichten, die von den BewohnerInnen selbst weitergebaut werden konnte. Es zeigte sich, dass diese innerhalb weniger Wochen mit einem hohen persönlichen Arbeitsaufwand ihre Häuser fertig stellen konnten. Die lange zurückreichende Debatte über Individualität im Wohnbau wird durch dieses Experiment bereichert: Es zeigt sich, dass eine strategisch richtig gewählte Minimalarchitektur in der Lage ist, Kreativität und Eigeninitiative freizusetzen.

BKK-2 und BKK-3, Österreich:
Sargfabrik und Miss Sargfabrik

Hinsichtlich der sozialen, architektonischen aber auch ökonomischen Anforderungen an einen zeitgenössischen Wohnbau sind die Sargfabrik und ihr jüngerer Ableger, Miss Sargfabrik, eines der weltweit interessantesten Projekte. Das aus einer Eigeninitiative heraus entstandene Projekt hat Maßstäbe gesetzt, insbesondere auch, weil es die Grenzen des Baugeländes ausweitet und Angebote schafft, die weit ins umgebende Quartier hineinreichen. Aufgrund ihrer Vorbildhaftigkeit gebührt dem Projekt innerhalb der Ausstellung ein herausragender Platz.

Ryue Nishizawa, Japan:
Moriyama House

Das "Haus als kleine Stadt" ist eine auf den Architekturtheoretiker Alberti zurückgehende Denkfigur. In diesem aktuellen Projekt in Tokio wurde die Metapher vom urbanen Raum des Hauses mit minimalen Mitteln in Architektur übersetzt. Auf einem Einfamilienhausgrundstück stehen einige locker in den Raum gestreute Stahlkuben. Zwischen diesen Minimalbehältern der einzelnen Wohnbedürfnisse fließt der Straßenraum, ohne jede Barriere getrennt, aufs Grundstück hinein. Jeder kann das Gelände betreten. Auch unter den Bewohnern herrscht eine irritierende Schrankenlosigkeit. Denn Einrichtungen wie Küche und Bad sind nur durch den Außenraum erreichbar. Gemeinschaftliche Wohnformen, seit dem 19. Jahrhundert eine Utopie vieler Sozialreformer, werden hier unter gänzlich anderen Vorzeichen erprobt.