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in passing 11
Barbara Kapusta, Stephan Lugbauer


Eröffnung: 17. 06. 2010, 19.30 Uhr
18. 06. - 18.07. 2010
 



Barbara Kapusta, Stephan Lugbauer, 2010

Foto: Barbara Kapusta 2010

Foto: Barbara Kapusta 2010


Foto: Barbara Kapusta 2010



Begrüßung: Peter Bogner, Direktor des Künstlerhauses

Zur Ausstellung: Ursula Maria Probst, Kuratorin


Spezielle Ausstellungsbesichtigung am 22. Juni 2010, 16-19 Uhr oder auf Anfrage unter Tel. 0650 9902066


Künstlerhaus Multiple Matters - Make Believe - neu definiert, neu erlebt.


Künstlerhauspassage entstand auf die Einladung der Kuratorin Ursula Maria Probst, für die Reihe In Passing in der Reihe Passagegalerie des Künstlerhauses eine Arbeit zu realisieren. Die Passage mit dem dazugehörigen Innenraum und großflächigem Außen - einem tribünenartigen Platz aus Holz- und Steinstufen, war über lange Zeit einer der beliebtesten Outdoor- Veranstaltungsorte der Kunstszene in Wien. Bei unserem nach längerer Zeit ersten Besuch des Ortes waren wir überrascht von dessen Zustand. Das angrenzende Künstlerhaus ließ 2006 aus finanzieller Not sein Haus einrüsten und vermietet seitdem die dadurch entstehenden Werbeflächen. Das Gerüst nutzt den tribünenartigen Außenraum der Passage als Fundament, der somit zum Großteil verdeckt und unbrauchbar gemacht wird. Das Gerüst nimmt Licht und Platz weg, dient Passanten als Toilette und als Versteck um Drogen zu konsumieren. Wir beschlossen für unsere Arbeit diesen Ort und seine Situation zu analysieren. Der Titel ist Künstlerhauspassage - so wie der Ort von den WienerInnen genannt wurde. Seitens des Künstlerhauses sollte die Passagegalerie als K/haus Passage gebranded werden, was im Vorfeld zu Diskussionen führte.

Auf einer semantischen Ebene waren die rund um die Passage am Künstlerhaus angebrachten Werbungen bezeichnend:Sony als Nutzer der Werbefläche an der Fassade des Hauses zeigte zwei Sujets der Kampagne Make Believe: zwei Kinder vor einem schreinartigen schwarzen Flatscreen-Monitor - der Slogan: neu definiert, neu erlebt. Die laufende Ausstellung des Künstlerhauses wurde unter dem Namen Multiple Matters angepriesen.- Künstlerhaus Multiple Matters - Make Believe - neu definiert, neu erlebt.

Wie all diese äußeren Einflüsse auf das Innen der Passage (negativ) wirken, sollte in die Arbeit einfließen und dafür fanden wir einen Begriff aus der Psychologie: Introjektion.. Introjektion ist ein Begriff aus der Psychoanalyse, der einen Vorgang beschreiben soll, bei dem eine äußere Realität (Objekte, Objektqualitäten) nach dem Vorbild körperlicher Einverleibung in das seelische Innere hineingelangt. Die zum Raum gehörenden Flächen wurden weiß markiert - das Gerüst im unteren Teil vor der Passagegalerie wurde mit weißer Plane umspannt. Dieser nach außen gefaltete „White Cube“ wurde im Inneren der Galerie in abstrahierter Form als Fragment dupliziert ebenso wie ein Teil der Holz-Steinstufenkonstruktion. Das Außen wurde ins Innen gedreht.

Betritt man die Ausstellung über den Haupteingang der Passagegalerie, betritt man den fragmentierten White Cube, kann aber den hinteren Raum nicht erreichen. Der White Cube ist das Ende des Labyrinths, in dessen Zentrum am Boden ein Holzschiffchen mit einem brennenden Räucherstäbchen steht. Aus Lautsprechern ist die Audioaufnahme einer Party zu hören. An der Wand wird der Begriff Introjektion in deutscher und englischer Sprache beschrieben. Will der/die Besucher/in zum zweiten Teil der Ausstellung gelangen, so muß er/sie wieder aus der Galerie hinaus, den Korridor zwischen Gerüst (White Cube) und Galerieraum entlang, um schließlich durch die geöffnete Glasfront in die zweite Seite des Raumes zu gelangen, in dem sich ein nachgebauter Teil der Holzstufen des Außenaums befindet. Als Wandtext lesbar ist der Titel der Ausstellung: In Passing 11: Künstlerhauspassage, Barbara Kapusta & Stephan Lugbauer, als auch ein Auszug aus dem offiziellen Pressetext zur Passagegalerie: „Die spezielle räumliche Situation der Passagegalerie - gleichzeitig Innen- und Außenraum, gelegen an einem stark frequentierten Durchgang des Platzes, ermöglicht den Passanten einen unmittelbaren Kontakt zur Kunst.“ (http://www.k-haus.at/programm/pg/index.html)
(Stephan Lugbauer)