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konik in the middle of the way eröffnung: 05. 07. 2007, 19 uhr 06. – 29.07.07 |
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Die mehrteilige Videoarbeit von Anna Konik (geb. 1974, lebt in Warschau) setzt sich mit dem Thema der Obdachlosigkeit auseinander und erweitert dieses zu Grundsatzfragen des Lebens. In den Videoteilen ist die junge polnische Künstlerin zu sehen, wie sie Obdachlose über mehrere Stunden durch Städte folgt: „Thaddeus“ in Warschau (2001), „Hermann“ in Berlin (2002), „Svetlana“ in Moskau (2005), eine nicht genannte Person in Cleveland (2005), „Gerard“ in Cork (2006) und „Hans-Dieter“ in Wien (2006). Die soziale Situation wird dabei in ihrer ganzen Härte im sensiblen zwischenmenschlichen Gespräch schonungslos deutlich gemacht. Alle versuchen zudem, etwas von ihrer grundlegenden Lebenseinstellung zu vermitteln. Hierdurch gewahren sie in ihrer unwürdigen Situation ihre menschliche Würde. Anna Konik versteht es, den einzelnen Gesprächspartnern ihren Freiraum zu belassen, den sie für sich gestalten können. In The Middle Of The Way’ verbindet das Thema der Obdachlosigkeit mit dem des Reisens und generellen und ständigen Unterwegsseins. Dies wird deutlich in der Passage über die Künstlerin selbst, zwischen Warschau, Berlin und ihrem Heimatort Dobrodzien reisend (2005) und dabei über ihr Leben reflektierend. „Es ist meine persönliche Geschichte“, sagte Anna Konik im Dezember 2006 in Wien. Hierbei meint sie nicht nur ihren Part, sondern auch die anderen Teile, die Arbeit insgesamt. Eine Anregung war für Anna Konik Hermann Hesses „Den Morgenlandfahrern“ gewidmeter Erziehungsroman „Das Glasperlenspiel“, 1931 bis 1942 entstanden. „Jeder von uns ist nur ein Mensch, nur ein Versuch, ein Unterwegs“, sagt in diesem der Meister zu seinem Schüler. Zeit und Raum sind die beiden Hauptparameter, auf die Anna Konik ihre mehrteilige Videoarbeit ‚In the Middle Of The Way’ aufgebaut hat. Der Titel suggeriert z.B. ein Unterwegssein zwischen zwei Orten. In den zwischen 9 und 14 Minuten dauernden Filmen und verstärkt noch in der Ausstellung werden reale Zeit und bestimmte Örtlichkeit ästhetisch ineinander verschränkt und somit aufgehoben. Zeit- und im Prinzip auch Ort los erscheinen die einzelnen erzählten Lebensgeschichten, die keinen eigentlichen Anfang und kein Ende haben. Die Videoarbeit besitzt die Atmosphäre einer Zugbegegnung: irgendwo und irgendwann während der Strecke stattfindend, individuell und überpersönlich zugleich. Kuratorin: Andrea Domesle |