Stille.
An die Unaufrichtigkeit.
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Diese Stille mit der Aussichtslosigkeit
auf einen beruhigten Schlaf
und der Unmöglichkeit des Vergessens!
 


  Am 4. Februar 2000 wurde die Österreichische Bundesregierung angelobt.
In der Form eines Werbeplakates wurde am 4. März 2000 der Schriftzug:

1. Stille.
An die Unaufrichtigkeit.
4. März 2000


auf grossflächigen Fahnen an verschiedenen Stellen des Gebäudes des Wiener Künstlerhauses sichtbar gemacht.
(1. Stille = 1. monatliche Wiederkehr der Angelobung der Österreichischen Bundesregierung).

Jeden 4. des Monats wird der Schriftzug aktualisiert (2. Stille. / 4. April 2000 usw.) und jeweils einen weiteren Monat zu Verfügung gestellt.

Ebenso wird bereits seit März an jedem 4. des Monats in der österreichischen Tageszeitung 'der Standard' eine gleichlautende Anzeige geschaltet.

Dieser Schriftzug wird auch im regulären Filmprogramm des k/hauskino als 'Stille' vor dem Hauptprogramm projiziert.

Seit der 2. Stille am 4. April wird diese Aktion von einer Veranstaltungsreihe begleitet.

Diese Veranstaltungsreihe richtet sich an unsere Verantwortung als Kulturschaffende.

Sie richtet sich an eine differenzierte, wache Wahrnehmung und Vergegenwärtigung, Stille für Stille, über den Anlassfall der Regierungsbildung und deren Vorbedingungen hinaus.

Sie richtet sich auch an eine weitgehend europäische Betrachtung und ist Monat für Monat ein Ort der Argumentation unterschiedlicher kultureller Darstellungsformen.

Der einzelne Gedenktag, die jeweilige 'Stille' als 'Gegend und Ort', sucht als Konzept die 'Bedingung' zwischen den Zeitzeugnissen der Wissenschaft und den Darstellungsdisziplinen der Kunst in der Form der Verstärkung und der Verdichtung, und in der Form des Widerspruches und des Gegensatzes auf.

Diese Veranstaltungsreihe ist in ihrer Dauer unbegrenzt.

Jeden 4. des Monats im Künstlerhaus.

Eintritt frei.

Einzelne Beiträge werden in Kooperation mit dem museum in progress im Rahmen der Initiative TransAct - Transnational Activities in the Cultural Field publiziert.

Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus
Generalsekretärin: Doris Rothauer
Idee, Konzept und Projektleitung: Hanns Kunitzberger
   
   
Die Stille als Wort und Sprache.
Die Stille als Gedächtnis und Erinnerung.
Die Stille als Fremdes und Anderes.
Die Stille als Gegend und Ort.
Die Stille als Gleiches und Gleiches.
   
   
  Die Stille wird jeweils einen Monat zur Verfügung gestellt und an jedem 4. des Monats mit einem Gedenktag erneuert.


Wien, 2000
Hanns Kunitzberger, Maler





Die Stille im 2. Jahr.

Die Stille widersteht der Normalisierung.
Jeden 4. des Monats.

Stille.
An die Unaufrichtigkeit.


Die Anwesenheit der Erinnerung ist die Gestalt jeder Stille.
Wie die Erinnerung an eine Haltung.

Stille.
An die Aufrichtigkeit.


Fortsetzung der Veranstaltungsreihe.
4. Februar 2001




STILLE.


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