| < | Selbstbilder - Fremdbilder - Feindbilder. Veranstaltung am 4. August 2000 im Wiener Künstlerhaus. Klangforum Wien Musikalische Leitung: Marino Formenti, Klarinette: Donna Wagner Molinari, Violine: Annette Bik, Violine: Gunde Jäch-Micko, Viola: Dimitrios Polisoidis, Violoncello: Benedikt Leitner, Kontrabaß: Ernst Weissensteiner, Klavier: Florian Müller, Harmonium: Eugène Michelangeli, Schlagzeug: Lukas Schiske Mauricio Kagel: Osten aus 'Die Stücke der Windrose für Salonorchester' (1988/1994) Bereits beim Skizzieren dieses Werkzyklus' habe ich mir vorgenommen, den geographischen Standort meiner musikalischen Betrachtungen oft zu wechseln. Es mag sein, daß dies auch mit meiner Geburt in der südlichen Hemisphäre zusammenhängt. Wenn man den ersten und überaus prägenden Lebensabschnitt dort verbracht hat, dann haben sich mit den verschiedenen Himmelsrichtungen bestimmte Erlebnisse, Sehnsüchte und schematische Vorstellungen verbunden, die genau entgegengesetzt zur entsprechenden Gefühlswelt der Europäer sind. Auch heute noch ist für mich der Süden kein Inbegriff der Hitze, sondern eher der Kälte: Patagonien, Feuerland, Antarktis. Dagegen ist der Norden alles andere als kalt: unerbittliche Sonne und scharf umrissene Schatten, schwüle Feuchtigkeit, Wüstenlandschaften und Dürre. Bedeutet zum Beispiel der Begriff "Naher Osten" für viele einen östlichen Kulturbereich, evoziert dieser bei denen, die im Fernen Osten leben, genau das Gegenteil. Unsere Vorstellungen neigen hier zur Vereinfachung, sie setzen sich aus flüchtigen oder bleibenden Reiseeindrücken, Lektüren und Erfahrungen, aus Neigungen und Abneigungen zusammen. Fühlt man sich auch nach wenigen Takten an den angedeuteten geographischen Punkt versetzt, dann können wir als Hörer vielleicht die Atmosphäre des Stückes durch Bruchteile unserer musikalischen Erinnerungen oder Erlebnisse vor Ort bereichern. Man dürfte die Orte der Salonstücke als compositum sui generis deuten, wo Analyse und Synthese sich mit Bedacht treffen, um die Relativität der Himmelsrichtungen zu betonen. Es war kaum anzunehmen, daß die 32 Gradeinteilungen mich zu ebenso zahlreichen Stücken inspirieren würden; 8 Nummern jedoch wollte ich auf jeden Fall schreiben. Jeder beliebige Punkt der vier Quadranten Nord, Ost, Süd und West forderte zu einer verzwickten Erkundung auf. Dies mit der immer gleichen Besetzung von Klarinette, Klavier, Harmonium, zwei Geigen, Bratsche, Violoncello und Kontrabaß zu komponieren, wo einzig das Schlagzeug sein Instrumentarium von Nummer zu Nummer wechselt, blieb eine konstante Herausforderung bei der Verwirklichung des Zyklus. (Mauricio Kagel) Michael Ley Die religiösen Dimensionen im Politischen Wir müssen begreifen lernen, daß das 19. Und 20. Jahrhundert, in hohem Maße Zeitalter der politischen Religionen waren. Spätestens in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts entsteht ein neues Politikverständnis, das mit den Formen einer liberalen Demokratie völlig bricht und apokalyptische und dionysische Phantasien entwickelt. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik der liberalen Epoche schuf eine ungeheure Veränderung in den Lebenswelten, im Aufstieg neuer gesellschaftlicher Schichten, durch den drohenden Abstieg der alten Mittelschichten, durch das Aufkommen eines traditionslosen Proletariats und im Verlust religiöser und traditionaler Werte. In ihrer Gesamtheit erzeugen diese Veränderungen die Erfahrungen von Defizienz, was anders ausgedrückt die Erfahrung existentieller Angst sowohl im individuellen als auch im kollektiven Sinne bedeutet. In diesen Umbruchsituationen moderner Gesellschaften können Identitätsverluste nicht mehr von den traditionellen Institutionen der Kirche, des feudalen bzw. monarchistischen Herrschaftssystems kompensiert werden. Die konservativen Herrschaftsträger sind zu schwach und die liberalen Modernisierer vertreten oft nur eine relativ kleine Schicht von Unternehmern und Citoyens, denen eine beträchtliche Zahl von wirklichen oder vermeintlichen Modernisierungsverlierern gegenübersteht. Unter diesen gesellschaftlichen und mentalen Bedingungen entstehen neuerliche Bedürfnisse religiöser Rückbindungen. Der Verlust traditioneller Religiosität bedeutet jedoch nicht eine Abwendung von religiös motivierten Hoffnungen oder Erlösungssehnsüchten, sondern eine Radikalisierung bzw. Verweltlichung solcher religiöser Erwartungen. Anders ausgedrückt: "Als der christliche Glaube an die Heilsgeschichte und Schöpfungsordnung, in denen der Einzelne sich aufgehoben wissen konnte, im Laufe der säkularen Diesseitsorientierung seine Kraft zunehmend verlor, blieb die reine Profangeschichte übrig, die nun zum Ort säkularreligiöser Hoffnungen, Erlösungssehnsüchte und Heilserwartungen wurde...Der bloßen Profangeschichte erwuchs in den säkularen Erlösungshoffnungen und Weltauslegungen, insbesondere in den Heilsversprechungen ihrer Utopien, eine neue Dimension: Sie wurde zur säkularen Heilsgeschichte." 1 Die Konsequenz der okzidentalen Modernisierung ist die Substituierung der christlichen Eschatologie durch eine innerweltliche Erlösung. Nationalismus, Liberalismus, Sozialismus, Positivismus und Marxismus ersetzten - mutatis mutandis - diese religiöse Hoffnung. Die Moderne kann deshalb als Säkularisat der christlichen Sakralgeschichte interpretiert werden: Trotz gegenteiliger Behauptungen gibt es keine nachreligiöse, säkulare Moderne. 2 Max Weber konstatierte dieses Phänomen schon im Jahre 1890, als er in einem Aufsatz schrieb: "Die alten Götter, entzaubert und daher in Gestalt unpersönlicher Mächte, entsteigen ihren Gräbern, streben nach Gewalt über unser Leben und beginnen untereinander wieder ihren ewigen Kampf." 3 Die Aufklärung, die Französische Revolution und in ihrem Gefolge der Marxismus verheißen ein eschatologisches Ende der Geschichte und versprechen paradiesische Zustände auf Erden. Somit sind die neuzeitlichen Ideen des Fortschritts der Geschichte Substitute der christlichen Erlösungsidee. Die Vorstellung vom nahenden Weltende reaktualisiert die christliche Apokalyptik. Die Revolution wird zur Religion und die vermeintlich vertriebenen Geister der alten Religion werden zu neuzeitlichen Waffen der kollektiven Regression. Alle totalitären Bewegungen der Moderne bekämpfen mit apokalyptischem Eifer wesentliche Errungenschaften moderner Gesellschaften und stilisieren gesellschaftliche Probleme zu einem apokalyptischen Endkampf zwischen den Söhnen des Lichts und der Finsternis. Während die Fortschrittsidee durch Vernunft und Wissenschaft sukzessive die Annäherung zu einer idealen Gesellschaft verspricht, verfallen die revolutionären Bewegungen zu christlich-gnostischen Religionsparteien, um den "Antichrist" in der Moderne zu eliminieren. Diese kurz skizzierte Sicht moderner Geistes- und Sozialbewegungen als säkularisierte Formen absoluter religiöser Gewißheiten, bedarf einer eingehenden Problematisierung. Der österreichische Philosoph und Staatsrechtler Eric Voegelin bezeichnete in einer Studie aus dem Jahr 1938 moderne totalitäre Bewegungen als "Politische Religionen". Er erweitert den traditionellen Begriff der Religion, indem er Staat und Religion in Beziehung setzt: "Um die politischen Religionen angemessen zu erfassen, müssen wir daher den Begriff des Religiösen so erweitern, daß nicht nur die Erlösungsreligionen, sondern auch jene anderen Erscheinungen darunter fallen, die wir nicht in der Staatsentwicklung als religiöse zu erkennen glauben; und wir müssen den Begriff des Staates daraufhin prüfen, ob er wirklich nichts anderes betrifft als weltlich-menschliche Organisationsverhältnisse ohne Beziehung zum Bereich des Religiösen." 4 Voegelin mißtraut rationalistischen Definitionen des säkularen Staates, er glaubt nicht an die "Ursprünglichkeit" staatlicher Macht: "Daß die Staatsmacht ursprünglich oder absolut sei, ist nicht mehr ein Urteil des den Staat Erkennenden, sondern das Dogma eines Gläubigen. Die Existenz des Menschen verliert in seinem Erlebnis an Realität, der Staat zieht sie an sich und wird zum wahrhaft Realen, aus dem ein Wirklichkeitsstrom zurückfließt in die Menschen und sie umfassend neu belebt als Teile des übermenschlich Wirklichen. Wir sind in das Innerste eines religiösen Erlebnisses geraten und unsere Worte beschreiben einen mythischen Prozess." 5 Diese Umschreibung kennzeichnet nach Voegelin einen Vorgang, der gemeinhin mit Säkularisierung bezeichnet wird und den er als religiösen Transformation interpretiert: "...das göttliche Haupt wird abgeschlagen und an die Stelle des welttranszendenten Gottes tritt der Staat als letzte Bedingung und der Ursprung des eigenen Seins...Die Behauptung der Ursprünglichkeit biegt aus der Bahn des ordnenden Denkens aus; sie verweigert den rationalen Diskurs; der Geist, der sie denkt, wird aus einem Partner des Gesprächs zu einem Faktum anderer Ordnung, dessen Ursprüngen wir nachzugehen haben." 6 Voegelin sucht den Ursprung der modernen Massenbewegungen - der politischen Religionen - im modernen Verständnis des Staates und seiner Legitimation: "Das Leben des Menschen in politischer Gemeinschaft kann nicht als profaner Bezirk abgegrenzt werden, in dem wir es nur mit Fragen der Rechts- und Machtorganisation zu tun haben. Die Gemeinschaft ist auch ein Bereich religiöser Ordnung, und die Erkenntnis eines politischen Zustandes ist in einem entscheidenden Punkt unvollständig, wenn sie nicht die religiösen Kräfte und die Symbole, in denen sie Ausdruck findet, mit umfaßt, oder sie zwar umfaßt, aber als solche nicht erkennt, sondern sie in a-religiöse Kategorien übersetzt." 7 Indem Voegelin dem modernen Staat auch religiöse Symbolisierungen zuerkennt und ihn nicht auf seine Funkionalität reduziert, kann er die religiöse Spur in modernen Staatswesen verfolgen, die spätestens im 19. Jahrhundert dem Staat, der Nation, der Rasse oder einer bestimmten Klasse in den totalitären Massenbewegungen ihre außerordentliche Rolle zuschreibt. Den historisch zunehmenden Zerfall kirchlicher Autorität infolge innerkirchlicher Konflikte, Kirchenspaltungen, des Beginns der Moderne, immer schnellerer Modernisierungsschübe und der damit verbundenen geistigen Entwurzelung der Menschen, interpretiert Voegelin als die Kompensation dieser geistigen Entfremdungen in der Entstehung "innerweltlicher Religionen." Diese setzen an die Stelle eines überweltlichen, transzendenten Gottes weltliche Phänomene, die aber für die "Gläubigen" den gleichen religiösen Stellenwert besitzen wie die überweltlichen Glaubensinhalte. 8 Apodiktisch rekapituliert Voegelin abschließend die Struktur der Moderne: "Der Versuch, ein Eidos der Geschichte zu konstruieren, muß zu der trugschlüssigen Immanentisierung des christlichen Eschatons führen." 9 Er deutet diese Entwicklung als eine neue Gnosis, d.h. die Moderne ist - theologisch gesprochen - verfallen: Alle diese Momente einer politischen Religion münden in einer politischen Verkündung, einer Heilslehre: "Ein weiters Kriterium, das eine politische Religion als Religion erscheinen läßt, liegt dann vor, wenn eine Heilslehre vorgetragen wird, die das Ganze der Geschichte oder eines Volkes betrifft. Heil wird hier als in der Geschichte erreichbares Endziel der Geschichte vorgestellt...Die für das Heil notwendige Erlösung vollzieht sich entweder aufgrund einer gegebenen Determination der Geschichte oder aus menschlichem Willensentschluß heraus. Da sowohl die letzte Wirklichkeit als auch das Heil diesseitig gedacht wird, soll sich Erlösung durch die eigene Tat des Menschen vollenden. Der Mensch bringt Welt letztlich selbst hervor; Heil vollzieht sich als Selbsterlösung, unabhängig von göttlicher Gnade." 10 Die von den politischen Religionen verkündete Heilsversprechung und totale Erlösung 11 hat als unmittelbare Konsequenz in der Herrschaftsausübung die absolute Gewalt und deren absolute Rechtfertigung. "Die Verbindung von absoluter Gewalt und absoluter Rechtfertigung ist ein Charakteristikum totalitärer Herrschaft. Das ist schon von den frühen Totalitarismus-Theoretikern erkannt worden. Es handelt sich nicht um schlichten Sadismus, um die wohlbekannte Grausamkeit der Tyrannen - das wäre ein einfacher, historisch tausendfach bezeugter Fall. Das Neue liegt gerade in der Bereitschaft zur leidenschaftslosen ´technischen´ Vernichtung der Opfer, in der Verwandlung des ´ehrlichen´ Feindes in einen Schädling, den man ungerührt und ungestraft beseitigen darf. An die Stelle kriegerischer Entfesselung der Leidenschaften treten Akte der Säuberung, der Liquidation; die Täter wahren ihren Abstand, behalten sogar ihren ´Anstand´, da sie durch die Geschichte gerechtfertigt sind." 12 Die politischen Religionen sind nun nicht einfach ein Rückfall in "barbarische" Zeiten, eine Art Kulturregression, sondern Ausdruck moderner Gläubigkeit auf dem Hintergrund von Säkularisierungs- und Demokratisierungsprozessen: Ein Beispiel einer politischen Religion ist der politische Antisemitismus, der aus dem christlichen Antijudaismus zu einer fanatischen politischen Massenbewegung Ende des 19. Jahrhunderts wird. Dabei entsteht ein enger Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Nationalismus; während der "Jude" die negative Ausgrenzung aus der "Heilsgemeinschaft" darstellt, "verstaatlicht" der Nationalismus alle als "homogen" definierten Bürger der Gesellschaft zu "christlichen Bürgern", "Volksgenossen" oder ähnlichen imaginierten ethnischen, religiösen oder rassistischen "Glaubensverbündeten".13 Diese Vorstellungen einer "religiös" und/oder "rassischen" Gemeinschaft sind nicht nur machtpolitische Herrschaftsinszenierungen, sondern entsprechen heilsorientierten Erlösungsutopien. Auf diesem Hintergrund können in der Moderne neue Religionskriege entstehen, die im Sinne von Voegelin und anderen religionswissenschaftlichen Theoretikern in der Tradition der scheinbar überwundenen gewaltsamen Religionskonflikte des ausgehenden Mittelalters und der Frühmoderne stehen. Der moderne Antisemitismus ist der größte Religionskrieg in der Moderne - neben dem Kommunismus -,der im Okzident stattgefunden hat. Alle zweckrationalen Argumente in der Erklärung des Antisemitismus des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts bleiben unbefriedigend. 14 An jenem Punkt, an dem die christlichen Religionen ihre Überzeugungskraft einbüßen, werden dann zentrale Elemente des religiösen Jenseitsverständnisses zu einer innerweltlichen Religion. In diesem Sinne beinhaltet die Säkularisierung die Resakralisierung der Moderne. Die religiöse Utopie wird durch Geschichtsutopie ersetzt. Die religiöse Jenseitsvorstellung wird zugunsten diesseitiger Erlösungsideen säkularisiert, d. h. die modernen nationalen Bewegungen setzen vielfach Staat und Nation an die Stelle, die früher göttlichen Instanzen vorbehalten war. 1 Küenzlen, G., Der neue Mensch, München 1994, S. 75. 2 Vgl. Rohrmoser, G., Religion und Politik in der Krise der Moderne, Graz u.a.1989, S. 40. 3 Weber, M., Der Beruf zur Wissenschaft, in: Soziologie, Universalgeschichtliche Analysen, Politik, Stuttgart 1979, S. 330. 4 Voegelin, E., Politische Religionen, München 1993, S. 12. 5 A.a.O. S. 14. 6 A.a.O. S. 12. 7 A.a.O. S. 63. Peter J. Opitz interpretiert in einem Nachwort Voegelins Politikbegriff folgendermaßen: "Der von Voegelin in den Politischen Religionen neu gefaßte und mit religiösen Elementen angereicherte Politik-Begriff korrigiert jene Verkürzungen, bezieht psychische Tiefenstrukturen mit ein und ermöglicht so - das zeigt auch seine anschließende Analyse der ´politischen Religionen´ - realitätsgerechtere Gesellschaftsanalysen als jene sich empirisch-analytisch gerierende positivistischen Politikansätze, in denen religiöse Aspekte bestenfalls noch als Residualkategorien einen Platz finden, zumeist jedoch völlig ausgegrenzt werden." A.a.O. S 78. 8 "Anhänger von Bewegungen, die religionsfeindlich und atheistisch sein wollen, sträuben sich dagegen, daß auf Grund ihrer fanatischen Haltung religiöse Erlebnisse zu finden sein sollen, nur anders als heilig verehrend als die Religion, die sie bekämpfen." A.a.O. S. 17. 9 A.o.O. S 177. 10 A.a.O. S. 260f. 11 Vgl. Maier, H., Freiburg i. Br. 1995, Politische Religionen, S. 19. 12 A.a.O. S. 41f. 13 "Der politische Feind braucht nicht moralisch böse, er braucht nicht ästhetisch häßlich zu sein; er muß nicht als wirtschaftlicher Konkurrent auftreten, und es kann vielleicht sogar vorteilhaft erscheinen, mit ihm Geschäfte zu machen. Er ist eben der andere, der Fremde, und es genügt zu seinem Wesen, daß er in einem besonders intensiven Sinne existentiell etwas anderes und Fremdes ist, so daß im extremen Fall Konflikte mit ihm möglich sind, die weder durch eine im voraus getroffene generelle Normierung, noch durch den Spruch eines ´unbeteiligten´ und daher ´unparteiischen´ Dritten entschieden werden können." Schmitt, C., Der Begriff des Politischen, Berlin 1991, S. 27. 14 Vgl. Friedländer, S., Kitsch und Tod, München u.a. 1984, S. 103ff. Klangforum Wien, 1985 von Beat Furrer als Solisten-Ensemble für zeitgenössische Musik gegründet. Ein demokratisches Forum mit einem Kern von 22 Mitgliedern. Zentral für das Selbstverständnis der MusikerInnen: die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Interpreten, Dirigenten und Komponisten, ein Miteinander-Arbeiten, das traditionell hierarchische Strukturen in der Musikpraxis ablöst. Weltweite Konzerttätigkeit mit über 80 Aufführungen pro Saison, Schwerpunkte sowohl in den grossen europäischen Musikzentren als auch in den USA und Japan. Die Musiker des Klangforum Wien haben am 16. 2. 2000 eine Erklärung verabschiedet, in der sie eine Regierungsbeteiligung der FPÖ ablehnen. (www.klangforum.at/haider.htm) Michel Cullin, französischer Politologe und Diplomat, Stellvertretender Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Honorarprofessor für politische Zeitgeschichte an der Diplomatischen Akademie Wien, 1982 - 1986 Kulturattaché Frankreichs und Direktor des französischen Instituts in Wien. Florian Müller, Pianist, (geb. 1962 / Deutschland) ist einer der zentralen Interpreten zeitgenössischer Musik in Österreich und trat als Solist bei bedeutenden Festivals wie Wien modern und Salzburger Festspiele hervor. Als Ensemblemitglied des Klangforum Wien ist er regelmässiger Gast internationaler Festivals in Europa , Amerika und Japan und spielte eine Vielzahl an Rundfunk- u. CD-Produktionen ein (u.a. die mit dem Grand Prix du Disque Academie Charles Cros 1998 ausgezeichnete Gesamtaufnahme der Werke Jean Barraqués). Michael Ley, Sozialwissenschaftler, Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten und für verschiedene Fernsehanstalten tätig. Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialismus, Antisemitismus, Nationalismen, Totalitarismustheorie und Politische Religionen, Europäische Integration 7. Stille, mit Dank an: Richard Ferkl, Gudrun Hamböck, Boris Kopeinig, Florian Müller, Ernst Rott, Ursula Schmiedpeter, Daniel Strnad, Bruno Stubenrauch. |