Rudolf Haas, Le Voyeur, 1994, Skulptur aus diversem Material, 58 x 42 x 25 cm

Rudolf Haas, Souvenirs, Souvenirs . . ., 1994, Assemblage, Diapositive auf Tuch, 300 x 200 cm

Rudolf Haas, Souvenirs, Souvenirs . . ., 1994, Detail

Rudolf Haas, Malle à malice, 2006, Installation, Maße variabel

Rudolf Haas
Fragmente

Künstlerhaus, Galerie
14. Mai bis 14. Juni 2015


Rudolf Haas, 1937 in Wien geboren und seit Jahren in Genf und Paris lebend, hat durch rege Ausstellungstätigkeit in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, aber auch in Österreich und Italien internationale Anerkennung gefunden. Dies schlägt sich auch in zahlreichen Ankäufen seiner Werke durch Museen und öffentliche Sammlungen nieder. Im Jahr 2000 wurde die Foundation R & M Haas gegründet.

Rudolf Haas ist ein künstlerischer Alchimist: Hier werden auch die Grundzüge seines gesamten Schaffens ablesbar. Es ist die Experimentierfreude und Intensität, mit welcher er eine künstlerische Idee umsetzt, sie in den unterschiedlichsten Medien gleichzeitig erforscht und diese Recherchen so weit vorantreibt, dass der ursprüngliche Ansatz im Erreichten kaum wiederzuerkennen ist. Er verformt zum Beispiel durch Feuer und Hitze mit dem Schweißbrenner die zivilisatorischen Abfallmaterialien seiner im Entstehen begriffenen Werke und erzeugt so völlig neue chemisch-künstlerische Verbindungen.

Der Künstler zwingt seine Strukturbilder unter Verwendung der „vergänglichsten Materialien unserer Zeit“ zu künstlerischen Synthesen zusammen. Die Ursprünge dieser seiner Kunst lagen zunächst zwar stilistisch in der Nähe des abstrakten Expressionismus und des Informel der sechziger Jahre, entfernten sich jedoch in der Folge sehr weit davon.

Bei den daraus abgeleiteten sehr verfremdeten Materialbildern und Collagen kommen dem Künstler seine gestalterische Vielseitigkeit ebenso zugute wie sein Umgang mit höchst verschiedenartigen Materialien und Werkstoffen. Seine Erfahrungen mit Objekten (vor allem Reliefs und Assemblagen) erhöhen dabei gleichsam Bandbreite und Spannung der zweidimensionalen Collagen und Mischtechniken, die formal, strukturell, graphisch und koloristisch mit einem bislang nicht da gewesenen Spektrum homogener bildnerischer Synthesen bekannt machen.

Die konsequente, bald souverän eingesetzte, bald erlittene Gleichsetzung von Leben und Kunst prägt das gesamte Werk. Grundimpuls seines Schaffens ist sein Verständnis von Zeit als Inbegriff und Ausdruck von Zufall, ständigem Wandel und
Vergänglichkeit. Rudolf Haas thematisiert die Prozesse von Wandel und Vergehen

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