© Saša Karalić (Ausschnitt)

Panel discussion
11 bis 15 Uhr

Künstlerhaus, Galerie
14. September 2012, 11 Uhr


Ausgangsfrage: Wie beeinflussen gesellschaftliche Krisen und starke Systemveränderungen die künstlerische Produktion bzw. wie werden diese Entwicklungen in der Kunst reflektiert?

TeilnehmerInnen:
KünstlerInnen und KuratorInnen der Ausstellung „Das Gemeinsame, das es nicht mehr gibt“, Jon Blackwood (Kunsthistoriker), Vedran Džihic (Politologe), Michael Fehr
(Kulturwissenschaftler), Marija Nujic (Kunsthistorikerin), Venita Popovic (Publizistin), Nermin Sarajlic (Publizist)

Moderation: Tanja Malle (Journalistin)
Übersetzerin: Maša Dabić (Übersetzerin und Journalistin)

11 – 12 Uhr, Erste Diskussionsrunde
KünstlerInnen und KuratorInnen der Ausstellung „Das Gemeinsame, das es nicht mehr gibt“

12.15 – 13:15 Uhr, Zweite Diskussionsrunde
Venita Popović (Publizistin), Vedran Džihić (Politologe), Marija Nujić (Kunsthistorikerin), Majda Turkić (Künstlerin)

13:30 – 15 Uhr, Dritte Diskussionsrunde
Michael Fehr (Kulturwissenschaftler), Jon Blackwood (Kunsthistoriker), Nermin Sarajlić (Philosoph), Anamarija Batista (Kulturwissenschaftlerin)


„Man kann vielleicht sagen, dass der Tod des Concierge das Ende jener Zeit voll verwirrender Zeichen und den Beginn einer anderen, vergleichsweise schwierigeren gekennzeichnete, in der die anfängliche Bestürzung sich allmählich in Panik verwandelte. Wie unsere Mitbürger nun merken sollten, hatten sie nie gedacht, dass unsere kleine Stadt ein besonders geeigneter Ort sein könnte, an seltsamen Krankheiten zugrunde zu gehen.“ (Albert Camus, Die Pest, Reinbek bei Hamburg 2000, S.30.)

In seinem literarischen Werk „Die Pest“ verarbeitet Camus seine Erfahrungen des zweiten Weltkrieges. Die Pest und die mit ihr in Verbindung stehenden Geschehnisse dienen als Parabel zum zweiten Weltkrieg, seinen zerstörerischen Mechanismen, Menschen verachtenden Praktiken, unbegreiflichen Situationen. Das Individuum und seine mühevollen Erfahrungen des Alltags, seine Wahrnehmung und Befindlichkeiten sowie dabei aufkommenden Ängste werden angesprochen. In der oben zitierten Passage wird das erste Zusammentreffen mit dem Tod, das die Illusion des Vorübergehenden aufhebt und die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreicht, beschrieben. Es wird klar, dass die ganze Stadt und jeder Einzelne betroffen ist, man kann das Geschehende nicht mehr ignorieren, die Souveränität des Individuums ist nicht mehr gewährleistet, man ist bedroht und die Angst wächst. Camus erzählt, um zu verarbeiten, das was vorgefallen ist. Er wurde mit einer Erfahrung konfrontiert, einer Erfahrung der Grenzsituation, die jede Souveränität des Einzelnen aufhebt und ihm die Lage des Abfindenden zuweist. Das Agieren, das Gestalten erfolgt in kleinen Schritten, ändert aber in dem Moment nichts an der Gesamtsituation. Die künstlerische Verarbeitung ermöglicht die Hinterfragung, das Agieren und das Regieren auf das Geschehene. Der durch den öffentlichen Auftritt initiierte Wahrnehmungsprozess erhebt das Geschehende zum Zentrum des Betrachtenden und damit auch zum Diskutierenden.

Wie agieren oder reagieren heute die KünstlerInnen auf radikale gesellschaftliche Umbrüche und dadurch verursachten Identitätsverluste? Welche Aussagen treffen sie im Rahmen ihrer künstlerischen Arbeiten? Der in der Ausstellung genommener Bezug auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem jugoslawischen Zerfall 1992 und aus ihm resultierenden vielfältigen politischen und soziokulturellen Veränderungen stellt den Ausgangspunkt der Diskussionsrunde dar. Parallelen zu den aktuellen politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen in anderen europäischen sowie außereuropäischen Ländern werden jedoch gezogen (Finanzkrise, Fall „Pussi Riot“, etc.)




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