Haben und Brauchen in Wien

Künstlerhaus 1050
8. März bis 22. Juni 2019

Eröffnung: 7. März 2019, 19 Uhr


Ein Projektzyklus und Kooperationsprojekt des Künstlerhauses,
Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs
unter der künstlerischen Leitung von Tim Voss

Kooperationspartner*innen sind
IG Bildende Kunst, IG Kultur Wien, Wiener Perspektive, Kulturen in Bewegung, BOEM* Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Kommunikation, Radio Ö1 Kunstradio, Radio Orange 94.0 und Foto Wien 2019

Haben und Brauchen in Wien hat in Kooperation mit Interessensvertretungen und Partnerverbänden über einen offenen Aufruf Ende 2018 die Akteur*innen der freien Kunstszene Wiens eingeladen, das Künstlerhaus 1050 über annährend vier Monate zu besiedeln und Projekte für einen Ausstellungs- und Veranstaltungszyklus unter dem Vorsatz des gegenseitigen Austausches einzureichen. 86 sind dieser Einladung gefolgt und 58 wurden aus diesen Einreichungen für eine Umsetzung ausgewählt. Über 200 Projektbeteiligte werden über mehr als drei Monate das Künstlerhaus 1050 für ihre Zwecke nutzen, sich austauschen und präsentieren.

Es werden freie Künstler*innen und soziokulturelle Initiativen an gemeinschaftlichen Projekten arbeiten, Filmprojekte umgesetzt, sozialpolitische Initiativen wie der "Wiener Stadtausweis" vorgestellt und diskutiert, Improvisationsorchester und Chöre treten auf, Movement-Jams werden wöchentlich zum Mitmachen angeboten, ebenso ein Kinderprogramm, unterschiedliche temporäre und partizipative Raum- und Materialinstallationen entstehen in Workshops unter teilweiser Mitwirkung der Nachbarschaft, Künstlergespräche finden statt, ein Youtube-Kanal gründet sich, vieles mehr wird passieren und weiteres wird folgen.

Parallel öffnet die Wiener Perspektive ihr erstes ARTIST COMMONS Modell und wird dieses über Veranstaltungen begleiten: über 4 Monate nutzen acht Performer*innen und Kollektive den Raum für die Entwicklung ihrer künstlerische Arbeiten. Sieben kuratorische Kollektive arbeiten an 14tägig wechselnden Ausstellungen in einem Nachbau der Passagegalerie, einem ehemaligen Ausstellungsraum des Künstlerhauses am Karlsplatz beim U-Bahnabgang bis 2016.

Was bei Haben und Brauchen in Wien im Alltag als Kunst und Leben zusammenkommt, wird über Veranstaltungen donnerstags, freitags und samstags jeweils ab 18 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Projektpräsentationen, Performances und Ausstellungseröffnungen, die nach- und zum Teil nebeneinander stattfinden, wenden sich an ein neugieriges Publikum.

Im Zentrum einer temporären Architektur steht eine offene Küche zum Arbeiten, Lernen und Essen in der Gemeinschaft. Freitags stellen Kochshows die Akteur*innen von Haben und Brauchen in Wien dem Publikum vor: zwei Teams unterschiedlicher Initiativen und Projekte kochen zeitgleich vor Publikum und geben dabei, moderiert für das freie Radio Orange, über Interviews Einblicke in ihre soziale und kulturelle Praxis. Im Anschluss wird gemeinsam gegessen.

Österreich und die Stadt Wien stehen vor einem kulturpolitischen Wandel. Die Regierung hat neue Arbeitszeitregelungen, sowie zahlreiche Umstrukturierungen und Kürzungen in den Sozialsystemen umgesetzt und bereits weitere angekündigt. Dementsprechend werden die kommenden kulturpolitischen Direktiven des Bundes von der Kunst- und Kulturszene mit Unbehagen erwartet. Auch die Stadt Wien hat eine neue Kulturstadträtin, die andere Schwerpunkte in der lokalen Kulturförderung setzen wird. Im Ausblick auf die somit kommende Neuordnung der Kulturlandschaft Österreichs und Wiens setzt Haben und Brauchen in Wien auch im Zuge der eigenen Umstrukturierung des Künstlerhauses an. Veranstaltungen in Kooperation mit der Arbeiterkammer, der IG bildende Kunst, der IG Kultur, sowie der Wiener Perspektiven diskutieren die Bedingungen künstlerischer Produktion im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen.

Haben und Brauchen in Wien fragt die teilnehmenden Akteur*innen nach den Idealen und den Produktionsbedingungen ihrer freien, künstlerischen, geistigen und bildenden Arbeit am Standort Wien. Haben und Brauchen in Wien unterstützt die freie Szene der Kulturproduzent*innen aktiv in der Selbstorganisation zur Formulierung ihrer Anliegen. Im Anbetracht ihrer überwiegend prekären Arbeitsbedingungen wird es nicht darum gehen in einem System, das ihnen ständig das Wasser abzugraben droht, besser zu funktionieren, sondern diesem gegenüber festzustellen, was man braucht und was man bekommt, und mit diesen Informationen weiter zu handeln.

Haben und Brauchen in Wien ist ein dynamischer und üppiger künstlerischer Polylog gemeinschaftlicher Arbeitsweisen, sozialer Praktiken, spezifischer Eigenheiten, politischer Anliegen und nicht zuletzt der Rezepte, der Töpfe und der Pfannen.

Haben und Brauchen in Wien wird besonders unterstützt von der Arbeiterkammer Wien sowie der Wiener Städtischen Versicherung und gefördert von der Kulturkommission Margareten, der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundeskanzleramt Österreichs.

 

 
 
Projektbeteiligte bei Ausstellungen, Chören, Filmen, Workshops, Kochveranstaltungen, Konzerten, partizipativen Installationen und Projekten, Performances, Lectures und Talks: 
Anke Armandi, Franziska Adensamer, Elisabeth Bakambamba Tambwe, Alice Bauer, Gabriele Baumgartner, Alisa Beck, Angela Besunk, Jonas Beutlhauser, Blanka Böcskei, Kirsten Borchert, Brigitte Bruckner-Mikl, Veronika Burger, Francesca Cafaro, Caritas Wien, Elena Carr, Helin Celik, Marcelo Chaparro, Ninos Consentidos, Gabrielle Cram, Adriana Cubides, Monika Dorninger, Claudia Dorninger-Lehner, Manuel Eder, Lena Fankhauser, Michael Fischer, flat1, Anna-Laura Gartner, Petra Gell, Rafaela Gras, Uschi Gröppel, Milly Groz, Maria Grün, Regina Hadraba, Tatjana Hardikov, Ana Maria Heigl, Friederieke Heine, Uta Heinecke, Maria Herold, Barbara Höller, Miha Horvat, Adele Horvath, Nabila Irshaid, Nora Jacobs, Nora Jacobs, Matheus Jardim, Gisela Jöbstl, Aurelia van Kempen, Victoria Kirilova, Luise Kloos, Lena Knilli, Johannes Krenner, Amadeus Kronheim, Marieliese Kudlich, Paula Langthaler, Lena Lapschina, Elina Lautamäki, Monika Lederbauer, Gudrun Lenk-Wane, Emilia Lichtenwagner, Marissa Lobo, Ina Loitzl, Georg Maché, Nicole Marte, Migrating Kitchen (BOEM * Verein zur Förderung von Kunst Kultur Wissenschaft und Kommunikation), Tamas Molnar, Martina Montecuccoli, Christian Murzek, Magdalena Nagenrauft, notfoundyet, Stefan Nützel, Maximilian Otte, Juan Carlo Paniagua, Emanuela Panucci, Karin Pauer, Petra Paul, Lucas Pawlik, Gustavo Petek, Bruno Pisek (das sprechchorensemble), Magdalena Plöchl, Ingrid Pröller, Tanja Prušnik, Tobias Pustelnik, Eva Randa, ZAK RAY, Martina Reinhart, Anna Reisenbichler, Ilse Reiser, Doris Richter, Laura Rieger, Angelica Rimoldi, Marie-Christin Rissinger, Frida Robles, Nicole Sabella, Denise Schellmann, Fanziska Schindler, Gabriele Schmid, Sebastian Schubert, Isabelle Schwarz, Luca Sieger, Johannes Siegmund (Kollektiv Stadtausweis), Davide Skerlj, Oleg Soulimenko, Christiane Spatt, Anat Stainberg, Christina Sutterlitte, Borbala Szanto, Johanna Tatzgern, Billi Thanner, Gerlinde Thuma, Lea Titz, Michael Turinsky, Kulturverein VEIK, Majo Villegas, Ina Vorbrugg, Claudia Wadlegger (crackthefiresister), Wechselstrom (Renate Pittroff, Christoph Theiler), Sara Wilnauer, Caroline Wiltschek, Steffi Wimmer & Gäste, Toni Wirthmüller, Lee Yein, Josip Zanki, Dorothea Zeyringer, Laurent Ziegler, Reinhold Zisser, u.a.

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