BORDERLINE - Pasolini revisited
Soloperformances für 1 ZuschauerIn, je 15 min

Künstlerhaus 1050
8. Juni 2019, 15 Uhr


Aufgrund der Filmzuspielungen aus „Saló oder die 120 Tage von Sodom“ und der Performance ist eine Anmeldung unter Doodle erforderlich. 15 - 17 Uhr, 18 - 20 Uhr, je 15 min.
Zutritt erst ab 18 Jahren.


In seinem Film „Salò oder die 120 Tage von Sodom“ diskutiert Pasolini den Zusammenhang zwischen Gewalt und Sexualität. In eindrücklichen Bildern dekliniert er die Folgen der Deprivation auf Täter und Opfer. Die fiktive Handlung des Films überträgt sich in den realen Raum und wird in der Performance weitergesponnen. So wird der politische Raum, den Pasolini imaginiert, von den Körpern der Anwesenden aktualisiert.

Die Performerin Renate Pittroff zeigt im Wechselspiel von Filmsequenzen und Interaktion mit dem/der ZuschauerIn auf, wie Gewalt im Spannungsfeld von rechtsfreien Räumen und erotischer Attraktion funktionieren kann: Dominanz, Unterwerfung, reales und fiktives Handeln überlagern sich zu einem amorphen Gesellschaftsbild. Die Grenzen von Aktion und Interaktion werden ausgelotet, der/die ZuschauerIn gestaltet den Prozess mit, die ihm/r zugemutete Situation kann erfüllt, verändert oder gekippt werden. Eine Herausforderung für Publikum und Performerin.

Die Diskussion über Faschismus und Anarchie: „Wir Faschisten sind die einzig wirklichen Anarchisten, natürlich erst dann, wenn die Macht im Staate uns gehört. Tatsächlich ermöglich erst die Macht die Anarchie“ kommt uns in der gegenwärtigen politischen Situation wie eine Prophezeiung vor. Die Performance versucht, diese Wirkmechanismen körperlich erfahrbar zu machen.