Anna-Maria Bogner, Untitled (Detail), 2018, Zeichnung
© Kunst-Dokumentation, Bildrecht Wien

Und Schwester Makart geht auf Wanderschaft
Begegnungen im Künstlerhaus 1050

Künstlerhaus 1050
26. September bis 21. Dezember 2019

Eröffnung: 25. September 2019, 19 Uhr


Nach Haben und Brauchen in Wien nutzt das Künstlerhaus die Verschiebung der Wiedereröffnung am Karlsplatz auf März 2020 zu einem weiteren Experiment kuratorischer Setzungen. Und Schwester Makart geht auf Wanderschaft inszeniert die Begegnungen von sechs Künstler*innen/-paaren mit je einem oder einer Künstler*in ihrer Wahl, beliebiger Herkunft, jedoch anderer Generation. Aus den Einladungen haben sich sechs sehr unterschiedliche Konstellationen ergeben, die für diese Ausstellung in jeweilige räumliche Dialoge unter der Anwendung unterschiedlicher Medien gehen: Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Video und Installation. Das Ziel sind Brücken bildende Dialoge, welche die Diskussionen über den Wandel der Kunstproduktion, nicht nur innerhalb des sich aktualisierenden Künstlerhaus-Vereins, für ein Publikum aufregend gestalten und nachvollziehbar machen:

Elisabeth Bakambamba Tambwe (*1971) trifft
Pierre Molinier (*1900/+1976)


Anna-Maria Bogner (*1984) trifft Fritz Ruprechter (*1950)

Klub Zwei (Simone Bader (*1964) und Jo Schmeiser (*1967)) treffen
Yen Noh (*1984)

Evelyn Kreinecker (*1971) trifft Hubert Sielecki (*1946)

Andrea Maurer (*1978) trifft Gerhard Rühm (*1930)

Ashley Hans Scheirl (*1956) / Jakob Lena Knebl (*1970) treffen
Gerhard Laber (*1941)



Die eingeladenen Künstler*innen wurden im Vorfeld dieser gezielt lockeren, leichten Atmosphäre der Ausstellung unter dem Sprachspiel Und Schwester Makart geht auf Wanderschaft mit einer Reihe an kuratorischen Fragestellungen konfrontiert, z.B.: Suchen sie im Gegenüber eher das Unbekannte oder das Bekannte? Besteht eine Addition zu ihrer Position eher in einem kooperativen Dialog oder einem spannungsreichen Antagonismus? Folgt die Auswahl eher einer inhaltlichen oder einer sinnlich assoziativen Ergänzung? Wie lässt sich dieser dialogische Raum von Besucher*innen betreten und wie können diese daran teilhaben? Diese Fragen bilden bis Ende Dezember 2019 die Grundlage von sechs Performances, Vorträgen und Künstler*innengesprächen.

Die gesellschaftliche Segregation in Meinungsmilieus hat im nun ausgehenden Jahrzehnt insbesondere durch die sozialen Medien stark zugenommen. Die Kommunikation unter diesen Milieus endet zunehmend schnell in Miss- und Unverständnissen. Die Spalte zwischen den Generationen ist ein Teil davon. Auch die Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs bildet diese ab. Sie hat eine weitgehend homogene Mitgliederschaft, überwiegend aus Künstler*innen, die in Österreich sozialisiert und die im Durchschnitt weit über 50 Jahre alt sind. Sie sehen sich im Programm der internationalen Ausstellungsinstitutionen nicht mehr ausreichend repräsentiert. Und Schwester Makart geht auf Wanderschaft nimmt diese Feststellung auf und wird kuratorische Verfahren hinterfragen – aus der Praxis von Kunstproduzent*innen und den Erfahrungen einer Künstlerorganisation wie der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs. Diese wird im Ausblick auf die zukünftigen kuratorischen Setzungen im Künstlerhaus-Programm am Karlsplatz hin ausgewertet.

Kontakt für Rückfragen:
Tim Voss
+43 676 5034147
voss@k-haus.at

 

 

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