Funkenflug 11
Paradoxie als Strategie der Resilienz

Künstlerhaus 1050
15. November 2018, 19:30 Uhr


FUNKENFLUG – das "sparkling format" zu Ausstellungen im Künstlerhaus: Begleitend zur Ausstellung SOLD OUT fliegen an zwei Abenden im Künstlerhaus wieder die Funken: performative Live-Acts, Präsentationen, Talks etc. Im Anschluss daran lädt Kuratorin Maria Christine Holter die Kunstschaffenden und das Publikum zum Gespräch. FUNKENFLUG 2018 ist eine Weiterführung jener Veranstaltungsreihe, die zum Ausstellungsschwerpunkt "Brennende Fragen" 2015 von Holter ins Leben gerufen wurde.

FUNKENFLUG 1-10: www.funkenflug.net

Nächste Veranstaltung: FUNKENFLUG 12 am 17. Jänner 2019


19.30 Uhr AUTODUETT

Lecture Performance von Nikolaus Gansterer und Thomas Raab
Talk mit Publikumsbeteiligung
Nikolaus Gansterer (Künstler)
Thomas Raab (Autor)
Moderation: Maria Christine Holter (Kuratorin FUNKENFLUG)


Nikolaus Gansterer und Thomas Raab
AUTODUETT
Selbstbeobachtung im Austausch

Im Gegensatz zur psychologischen Selbstbeobachtung, die die kurzen, strukturell produktiven Episoden bei konkreten kognitiven Problemlösungen möglichst genau protokolliert, fokussiert die künstlerische Selbstbeobachtung auf jene Phasen, in denen
die Person, oft im Austausch mit anderen, jene produktiven Episoden vorbereitet oder überhaupt erst möglich macht. Nikolaus Gansterer, als künstlerischer Forscher und forschender Künstler mit letzterer Problemstellung befasst, reagiert im Autoduett "in Echtzeit“ auf die vom psychologischen Selbstbeobachter Thomas Raab dem Publikum
gestellten Introspektionsaufgaben, worauf dieser seinerseits seinen Vortrag anpasst.
Ein reproduzierbares Ergebnis der psychologischen Selbstbeobachtung ist, dass das "innere Bild“ keine beliebig durchsuchbare Abbildung, sondern eine fragile, ad hoc konstruierte raumzeitliche Anordnung von Handlungsbereitschaften ist.
Vorstellungsbilder sind daher, so eine Folgerung, weder sprachlich noch optisch darstellbar, sondern höchstens in vergleichender Introspektion empathisch kommunizierbar. Müssen Gansterer und Raab also aneinander vorbei reagieren? Oder entsteht so etwas wie ein empathisches Autoduett mit Erkenntnisgewinn? Immerhin treffen sich die psychologische und die künstlerische Methode in der Rolle, die "Stimmungen“, verstanden als generische Begriffe, im Finden von theoretischen und künstlerischen Analogien und Metaphern spielt. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Autoduett entwickelt...



© Foto by Loic Thebaud

Nikolaus Gansterer (geb. 1974) ist international tätiger bildender Künstler, Performer und Researcher mit Lebensmittelpunkt in Wien. Er absolvierte Kunststudien an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Brigitte Kowanz und Postgraduale Studien an der Jan van
Eyck Akademie in Maastricht (NL). Gansterer ist Gründungsmitglied des Instituts für transakustische Forschung sowie des Soundkollektivs The Vegetable Orchestra. Zur Zeit lehrt er als Gastprofessor am Zentrum Fokus Forschung an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Als Künstler, Performer und Researcher untersucht er das relationale Feld zwischen Zeichnen, Denken und Handeln. Nikolaus Gansterer beschäftigt sich in Form von Installationen und Performances mit der Übersetzbarkeit von Wahrnehmungsphänomenen in ein künstlerisches Umfeld. In seinen transmedialen Arbeiten fokussiert er sich auf ephemäre und emergente Prozesse und legt dadurch immanente Vernetzungsstrukturen offen, dabei gelingt es ihm die scheinbaren Grenzen zwischen Natur und Kultur, Kunst und Philosophie zu hinterfragen. Von 2014 bis 2018 leitet er das künstlerische PEEK-Forschungsprojekts "Choreo-graphic Figures. Deviations from the Line" um neuartige Notationsformen zwischen Zeichen, Schreiben und Choreographie zu entwickeln.
www.gansterer.org



© Foto by Lukas Dostal

Thomas Raab ist Autor, Übersetzer und Herausgeber mit naturwissenschaftlichem Hintergrund. Er wurde 1968 in Graz geboren und lebt in Wien. Sein erster Roman Verhalten erschien 2002 in Köln, worauf er 2004 beim Klagenfurter Wettlesen "Ingeborg Bachmann" teilnahm. 2017 gab Raab die Neue Anthologie des Schwarzen
Humors heraus. Seit 1999 arbeitet er in einer künstlerisch forschenden Arbeitsgruppe, die sich der Methode der vergleichenden Selbstbeobachtung verschrieben hat, an empirischen Studien zur Denk- und Gefühlspsychologie. Seit 2013 ist er Schreiblehrer an der Kunstuni Linz. Als Übersetzer aus dem Englischen spezialisierte er sich auf Kunsttheorie, Philosophie und (Natur-) Wissenschaft.
Dekorationen: Staatsstipendium für Literatur des BMUKK, Doktoratsstipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Erwin-Schrödinger-Stipendium des FWF, Heimrad-Bäcker-Förderpreis, Literaturförderungspreis der Stadt Graz.
www.nachbrenner.at




© Foto by Eva Wahl

Maria Christine Holter ist Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien. Kunstgeschichtestudien an den Universitäten Wien und Berkeley, USA (Fulbright Stipendium), Praktikum am Museum of Modern Art, New York. Ausstellungs- und Veranstaltungsreihen wie FUNKENFLUG, in situ / follow up. Gastkuratorin in diversen Kunstinstitutionen, zuletzt
im Wiener Künstlerhaus: 2012/13 Zeit(lose) Zeichen. Gegenwartskunst in Referenz zu Otto Neurath (mit Symposion A Tribute to Otto Neurath), 2014 Experiment Analog. Fotografische Handschriften im Zeitalter des Digitalen sowie Time(less) Signs als Kooperation im Austrian Cultural Forum London, 2015 Programmverantwortliche der Brennenden Fragen, 2017 Das bessere Leben im Künstlerhaus 1050. Unternehmensberatung im Bereich Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit, zahlreiche Publikationen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhundert.
www.mariaholter.at


 

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