© Bernhard Seidel, Symbol of the cold sun, 2018, 100 x 120 cm

DIE ROTE WAND - Bernhard Seidel
Drama der Donau

Künstlerhaus 1050
11. September 2019, 18 Uhr


„Man kann sagen, das Bild "Symbol of the cold sun" (2018, 100 x 120 cm) besteht aus NATURMATERIALIEN. Aber es ist nicht richtig, dass Naturmaterialien verwendet wurden.“ - Bernhard Seidel weist explizit darauf hin, auch wenn das niemand in Abrede stellen würde. Eigene Befunde aus langjährigen Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich nämlich um Un-Naturmaterialien handelt; Materialien also, die unter natürlichen Umständen nicht auf diese Art und Weise zustande gekommen wären.

„Auch das Format wird den Fakten nicht gerecht. Denn die ungerahmten Maße xy-cm mal yx-cm sind angesichts der Quantität des abgelagerten Materials und der Unsummen an Schädigungen nur quantitativer Minimalismus. Der Markt rechnet aber mit hohen Quantitäten, auch der Kunstmarkt tut das. In diesem Spannungsfeld entstehen Werke aus Kreativität zum Quadrat einmal mit aktivistischer Leidenschaft. Das angestrebte monumental performative der Bilder verweist auf den gesellschaftlich relevanten Wert von gelösten Fragestellungen. Gleichzeitig gilt es ästhetisch ansprechend zu bleiben und den Bogen der biologisch hygienischen Aspekte nicht zu überspannen. Denn da draußen liegt der Tod im sedimentierten Dreck der Donau. Sogar die Sonne ist kalt und man kann das sehen. Hier getraut sich die Kunst für die Wissenschaft vehement aufzutreten, und was für die einen schön sein mag, wirkt für die anderen schockierend. Dadurch gelangen beide aber ein Stück weiter und es ist damit bisweilen ein wenig gedient.“
 
Bernhard Seidel studierte Zoologie, Botanik und Philosophie und promovierte mit einem Freiland-Ökologie-Thema in Wien. Er absolvierte eine langjährige Ausbildung für graphische wissenschaftliche Dokumentation bei Maria Mizzaro-Wimmer. Seit den 1980er-Jahren ist er als Musiker mit Umweltliedern bei Großveranstaltungen vertreten.
1985 war Seidel Spitzenkandidat bei einer bundesweiten Wahl zum Hauptausschuß der österreichischen Hochschülerschaft mit der von ihm gegründeten „Grüne Alternative Liste, GRAL“, einer „wirklich“ ökologischen Gruppierung, mit der er sich im Camp-Stil präsentierte. Bis 1987 war er Gitarrist und Sänger der Musikgruppe „Die Söhne“ sowie danach als Singer-Songwriter und Wissenschaftler bei internationalen Kongressen vertreten.

Seine nichtkommerzielle Präsentation von Kunstwerken steht meist im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Veranstaltungen, unter anderem bei der internationalen Soziologentagung „Science, Research and Popular Culture 2015“ in Klagenfurt. Die letzten Einzelausstellungen waren 2018 in der Eisenberger Fabrik in Gmünd und 2019 beim Zukunftstribunal im Palais Auersperg in Wien.


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